r86 Gkesifche wöchentlich-gemeürnötzigeArtzetzen
„ Weiber sitzen; oder ihre Zeit bey ihnen mit eiteln Geschwätzen verschleu- „ dem. Sie ist ganz tugendhaft und verständig und das beste Weib, ff welches der groft Jupiter einem Menschen ertheiten kann. „
Die politische geschichte wird auf allen Schulen vorgetragen, auf allen Universitäten gelesen, und unter allen Arten der Hrstorievon den Stu- direnden noch am meisten besucht und getrieben. Doch Haden diejenige welche die Gottesgelahrheir erlernen wollen, gemeiniglich das Vorurtheil, daß sie dieselbige in Ansehung ihrer für entbehrlich halten. Eigentlich aber ist kein Theil der so genannten allgemeinen Gelehrsamkeit, welche die gelehrte Sprachen, die verschiedne Gattungen der Geschichte, undiandre damit Verbundene Wissenschaften, die Mathematik und Weltweisheit und die schöne Wissenschaften, oder alles was man auf Schulen erlernt, und in den Bezirck der Philosophischen Lacultät auf Universitäten gehöret, unter sich begreift, ganz zu versäumen, man mag übrigens studiren was man will. Die Bürgerliche Geschichte hat einen unzertrennlichen Zusammenhang mit der Geschichte der Religion und der Kirche: Eine muß oft aus der andern erleutert und ergäntzt werden. Wenn sie also auch nicht einmal zum Verstand mancher guter Bücher, zum täglichen Gespräch und zur Zierde bey einem Gottesgelehrten nöchig wäre, so wurde sie doch schon aus dem angeführten Grund demselbigen sehr zu empfehlen feyn.
In Ansehung der Kirchengeschichte haben diejenige, welche dieGottes- gelchrrheit nicht gerad werben, das nemliche Vorurtheil. Sie halten die- selbige für überflüssig, ohne zu bedenckew, daß äusser denen so eben' angeführten Gründen, die sich auch auf die Kirchengeschichte anwenden lassen, dieselbige in der polittjchen Historie und der geistlichen Rechtsgelahrtheit, ganz und gar nicht entbehrt werden kann. Dieses müssen alle diejenige zugeben, welche mrr die geringste Begriffe von diesen Wissenschaften haben Und wer die Reichshistorie nicht ganz obenhin durchgegangen hat, der wird den Einfluß den die Religion und Kirche in die Geschichte Dcutschlandes, «nd folglich auch in das deutsche Staatsrccht,. hat, auf allen Blättern Kewahr worden seyn. \ ,
Weil man diese Dinge nicht wohi leugnen kann, so glaubt der zukünftige Wttesgelehtte genug gechan zu haben, wenn er die bürgerliche Geschichte auf der Niedern, Schule mitgenommen hat: und der Rechtsqe- lehrte begnügt sich in Ansehung per Kirchengeschichte mit dem nemlichen
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