Ausgabe 
2.9.1766
 
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und Nachrichten. . , 285

. Die Fünfte Gattung der Weiber ist aus der See genommen.' Diese, t, Weibsbilder sind von unbeständiger veränderlicher Gemüthsart, zuweilen ist ff lauter Sturm und Ungewitter zu weilen ist alles stille u. voller Sonnenschein, ff Ein Fremder, Vereine solche Person in ihrem lächerlichen und lieblichen Ge- sichte sieht, der möchte sie fast für ein Wunderwerk eines guten Gemüthö ausschreyen; im Augenblicke aber verändern sich Blrcke und Worte; nun- ff mehr sie eine Furie, sie lärmt, sie schreyt, und wird zu einem Orcan.

Die sechste art besteht aus den Theilen eines Eßls oder tastbaren ft Thieres. Diese Weiber sind von Natur ausnehmend trage; sobald tf aber der Hausherr seine Gewalt sehen laßt, so leben sie bey harter Kost, und thun alles, ihm ZU gefallen. Doch sind sie den verliebten Ergetzun- gen eben -nicht feind, und schlagen selten einen Liebhaber ab.,,

Die Katze giebt zur siebenten Gattung den Stoff her. Derglei- ff eben Weiber sind schwermüthig, muttisch, unfreundlich, und so wider- spennstig gegewalle Liebeserklärungen, daß sie vor ihren -eignen Gatten f, fliehen. Diese nun sind auch den Diebereyen, dem Betrüge und den Mäusen ein wenig unterworfen.,,

Ein Pserd mit flüchtiger Mähne, welches niemals zu irgend einer ff Arbeit gebändigt worden ist, giebt zu der achten Gattung Weiber den Zeug. Diese Weibsbilder sind diejenigen, welche auf ihre Ehegatten wenig paffen, ihre Zeit mit Ankleiden, Baden und Salben zu bringen ; ihre Haare m die schönsten Locken schlagen und sie mit den schönsten Blu- men und Bändern aufputzen. Ein solches Weib ist für einen Fremden ein sehr schöner Anblick, für den Eigenthümer aber sehr nachtheilig: es müßte denn etwa ein König oder ein Fürst seyn, der an einem solchen Spielzeuge fein Gefallen hatte.

Die neunte Art der Weiber stammt von Affen ab. Solche Per- fönen sind nicht nur häßlich, sondern auch boßhaft; an sich selbst haben sie nichts schönes, und bestreben sich, auch dasjenige, was an an* tf Dem Gutes ist, zu zernichten oder lächerlich zu machen.

Die zehnte und letzte Art der Weiber entstund -von den Bienen; ff und seelig ist der Mann,-welchem eine solche Gattin zu Theil wirdl Sie ft ist ohne Fehler und ohne Tadel. Ihr Haußwesen blühet und wächfet ff durch ihre gute Wirthschafft. Sie liebt ihren Gatten und wird von tf ihm geliebt. Sie gebiehrt ihm eine Reihe schöner und tugendhafter Kin- der. Sie unterscheidet sich von ihrem,ganzen Geschlecht. - Die Huld- II Minnen umgeben sie. Nie sieht man sie unter den Hänfen liederlicher

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