Ausgabe 
2.9.1766
 
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*88 Giesisthe wöchentlich> gemeinnützige Anzeigen

ausgemachte Sätze anzunehmen, noch die Meinungen andrer, die oft bess ser sind, als die seinigen, ungeprüft zu verwerfen sondern die Wahrheit da anzunehmen/ wo er sie findet.

ES giebtifreylich auch verschiedne Abwege, welche bey Erlernung die­ser Geschichte vermieden werden müssen, davon aber zu reden unsere derma- lige Absicht nicht erlaubt. Wir setzen blos den Wunsch hinzu, daß auf verschiednen hohen Schulen mehr Gelegenheit seyn solte, in diesem Fach etwas tüchtiges zu erlernen; wie denn von Rechtswegen auf einer jeden Universität wenigstens ein besondrer Professor für diesen Theil der Gelehr­samkeit vorhanden seyn solte. Wenn man auf nieder« Schulen junge Leu­te nach Maasgab ihrer Kräfte mehr $ur Kenntnis guter Bücher vorläu­fig anführte, und ihnen einen kurzen Begriff von dieser Wissenschaft geben wollte, so würde es auch hernach auf Universitäten nicht an Zuhörern feh­len. Haben aber junge Leute wenig oder gar keine Nachricht von der Wich­tigkeit einer Wissenschaft mitgebracht, so ist nichts leichter als daß sie die- selbige auf Universitäten bey der besten Gelegenheit versäumen, da sie sich nur allzugerne Arbeiten ersparen.

Wir haben bisher in unfern Blättern verschiedne Wünsche geäussert: Kluge werden von selbst einsehen, in wieweit sie in der Ausführung mög­lich sind. Wir können freylich nichts khun als Wünschen! Aber wir ge­ben doch vielleicht manchen Einsichtsvollen Männern Gclegenh.it weiter nachzuvencken, und dasjenige was wir vorgcschlage» haben, so viel in ih­ren Kräften steht, und die Umstände erlauben, ins Merck zu richten.

P.

Am rrsten August wurde der hohe Namens-Tag unsers Durchlauch­tigsten Herrn Landgrafen in dem hiesiegen Collegio mulico, das sich seit ei­niger Zeit wöchentlich einmal auf den, Rathhauß versammlet, feyerlichst be­gangen. Es hakte sich zu dem Ende eine sehr grose Anzahl von Standes Personen und andern Zuhörern daselbst eingefunden, um ihre Freude über die lange geseegnete Regierung ihres gnädigsten Fürsteii an den Tag zu le« gen- ES war niemand in der Versammlung, aus dessen Minen nicht die süsse Hoffnung hervorstralke, den frommen Wunsch für die Lebens vcrlän.

gerung