)86 Giesifche w§chemll'ch- MmeittttStzige Attzetze»
das Versprechen/ -aß sie von ihren Arbeiten frey feyn foHtett/ -aß man ihnen LTlafchereyen kaufen wolle und dergleichen. Dies ist unstreitig einer der allergrößten Fehler, die man bey der Kinderzucht be- . gehen kann» Man muß die Kinder rein und sauber in Kleidungen halten; das erfordert die Ordnung und selbst die Gesundheit der Kinder. Sie werden zugleich dadurch bey andern beliebt und angenehm gemacht; wenn sie hingegen schmutzig gekleidet sind, so wird niemand gerne etwas mit ihnen zu schaffen haben wollen. Dies alles hat feine vollkommene Richtigkeit, und die Eltern müssen darauf sehen, wenn sie rechtschaffen seyn und nicht von jedermann verspottet werden wollen. Allein den Kindern neue Kleider zur Belohnung ihres Gehorsams geben, ihnen allerley Lobeserhebungen sagen, wenn sie geputzt sind, das ist der nächste Weg, sie üppig, eitel und hochmüthig zu machen. Dadurch lernen sie andre verachten, die sich nicht eben so prächtig als sie kleiden können, dadurch lernen sie sich mehr auf ein schönes Kleid und auf die Zierden ihres Körpers, als auf den Schmuck ihrer Seele einbilden. Wie unnütz und unerträglich solche Leute sind, das wird jeder Vernünftiger leicht einsehen können. - Eben so schädlich ist es auch , wenn man die Kinder zum Lohn ihres Gehorsams von allen Beschäftigungen frey spricht. Dadurch werden sie ohnfehlbar zum Müssiggang angewöhnt, die Arbeit wird ihnen verdrieslich und sie lernen siehMiach mehr für eine Strafe als für eine angenehme Pflicht ansehen. Wie beschwerlich ist ein Mensch der ganzen menschlichen Gesellschaft,-der nicht gerne arbeitetl Und wie unerträglich ist er sich selbst' Er weiß nicht, was er für Verdruß anfangen soll, er verfallt aus einer Thor- heit in d,e andre und ist unglücklich, bkos weil ihm die Arbeit zur Quaal wird. Brrngt also euren Kindern nie einen Widerwillen für der Arbeit bey; sondern sucht sie ihnen auf alle Art so angenehm zu machen, als es möglich ist. - Ferner gewöhnt eure Kinder an keine Näschereyen. Dadurch werden sie verzärtelt, ihr Geblüt wird verdorben, sie werden wollüstig und verschwenderisch, und lernen dadurch entbehrliche Leckerbisse an» dem gesundem Speisen vorziehen. Es giebt ja weit vernünftigere unschädlichere Mittel, wodurch ihr den Gehorsam eurer Kinder belohnen könnt Vcrdoppelt eure Zärtlichkeit gegen sie, schenkt ihnen Bücher oder andre angenchme und nützliche Sachen, versprecht ihnen, sie allerley zu lernen und dergleichen, dadurch werdet ihr ihre Wisbegierde befriedigen und sie ungemmr zur Arbeit aufmuntern. Und glaubt ihr wohl, daß diese Dinge * euren Kindern weniger Vergnügen machen würden, als neue Kleider, &•: 5 . - - die


