j» Giestsche wöchentliche gemkinngtztzr Anzelzölk
der ein wenig älter werden, alödenn werden sie euch für euren Unterricht schon belohnen. Die Früchte einer schlimmen Erziehung bleiben nie aus, sie mögen erscheinen, wenn sie wollen. Wer gut säet, wird auch aut ernden, und wer Flüche säet, wird auch unfehlbar Flüche ernten, wie ^liecht zedem aus ter Erfahrung bekannt seyn wird. Wenn euch tiefer Bewegungsgrund nicht antreibt, euren Kintern nicht mehr zu fluchen; so weis ich nicht, was euch tazu antreiben sollte. Ausertem werten auch die. zemge Eltern, die ihren Kintern fluchen, entweder gar nicht, oder doch selten zu dem Allmächtigen um das Wohl und den Gehorsam derselben beten. Wer ihnen fluchet, kann sie nicht segnen. Welche heilige Pflicht versäumen also solche Eltern nicht! Das Gebät und das Glück der Kinder ist «ine der edelsten und nvkhwendigsten Beschäftigungen, tie glrcrn »cri'icbten können. Und ein Bakker, der seine Kinder täglich dem S»ntze und ter Legierung Gottes empfielt, ist in meinen Augen eine feht v-reh,ungswurdige Person. Es gehört mit unter meine liebsten Wuiisthe, daß es dergleichen Bakker sehr viele geben möge.
Dem eben angeführten Fehler kommt dieser noch sehr nahe, wenn Eltern m der Gegenwart ihrer Kinder Zoten reißen, unflätige Dinge erzählen und sich mit Vergnügen an die Sünden ihrer Fugend erinnern Dadurch giebk man den Ämtern, tie meistentheils auf solche Erzählungen aufmerksamer sind, als man glaubt, ein sehr groscs A-rqeriiis. Sind üe vernunfksg genug, die Thorheiten ihrer Eltern einzusehen; so schämen sie sich sursich selbst, daß sie Eltern haben, die so niederträchtig sind, und solche Dinge m ihrer Gegenwart erzählen. Finden sie aber ein Verging gen daran, so ist das Aergernis noch grösser, sie werden hernach bei; feder vorkommenden Gelegenheit eben die Thorheiten begehen, die der liebe Herr Papa begangen hat. Alles dieses sind abscheuliche Fehler, die Eltern mit allem möglichen Fleiß vermeiden sollten. Es wird euch wehe genug semi, wenn eure Kinder dereinst in eben die Wer fallen werden, worin» ihr euch rühmet, gefallen zu seyn. '
Ihr lobt eure Kinder, wenn sie gehorsam gewesen sind, oder sonst eine gute Handlung verrichtet haben. Das ist sehr nützlich, es muntert die Kinder ungemein auf, dergleichen Handlungen wieder zu begehen. Allein nehmt euch eben deswegen auch sorgfältig in acht, daß ihr keine Hand- lung^ keinen witzigen Einfall der Kinder billigt, der wider tie Tugend und d" Sitten läuft. Hierin wird sehr oft gefehlt. Wenn das Kind einen witzigen Streich gespielt hat, ob er gleich noch so viel Bosheit und Hals
starrig«


