wöchentlich-

geinetnnüAge Knzeigen Uchrichten.

Acht und Vierziastes Sttrck.

Dienstags den iGun Novembr. 1765.

Mit Hochfürstl. Hessen -Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis.

Fortsetzung der Vorschläge zur Verbesserung einiger sehr ge­wöhnlichen Fehler in der B.inderzucht.

^Wi'r haben noch einige Fehler in der Erziehung der Jugend in unsrer Stadt bemerkt, dle wir unmöglich unberührt lassen können. Dahin gehört z. E. daß es Eltern giebt, die ihren Kindern flu­chen und sie mit häßlichen Scheltworten nennen, wenn sie gefehlt haben. Wie unüberlegt und unvernünftig ist diese Gewohnheit! Das Fluchen ist überhaupt eine verdammenswürdige Sache, und es wäre sehr zu wünschen, daß sich alle Menschen mit vereinten Kräften bemüheten, diese unnütze und böse Gewohnheit ganz auszurotten. Wie viel verdammenswürdiger aber müssen die Flüche seyn, womit viele gottlose Eltern ihren Kindern alles Unglück anwünschen! Verdienen sie wohl das geringste Mitleiden, wenn dereinst die Erfüllung ihrer Flüche sie und ihre Kinder unglücklich macht? Das Schelten verräth beynahe eine eben so grose Rachsucht und Bosheit als das Fluchen. Und sagt mir nur, wozu dient es? zeigt mir nur den geringsten Nutzen davon? Wollt ihr vielleicht selbst eure Kinder in diesen Lastern unterrichten aus Furcht, sie möchten sie nicht von andern lernen können? Es scheint fast, als wenn ihr selbst ihre Lehrer in der Bosheit und Rachsucht werden wolltet, Aber verziehet nur noch, bis eure Kin-

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