toz Gl'esrsche wöch eurlich -- gemeinnützige Anzeige»
Geschmacks und der besten Kritick anzurachen nöthig hätte. Lassen Sie uns, meine Brüder, diese Werke mit einem unermüdetem Fleiße und mit Nachdenken lesen Lassen Sie uns diese Schriftsteller zu unfern Lehrern und zu unfern Richtern erwählen, und wir werden sehen, daß ihr Unterricht uns nicht allein eine deutliche Erkenntnis unsrer Sprache und uberhauptder schonen Wissenschaften beybringen und fähiger zu vollkomnem Ausarbeitungen machen wird; sondern daß uns auch selbst diese Ausarbeitungen des Schutzes unsrer Mäcenen immer würdiger machen werden.
Wenn unsre Gesellschaft nach den weisesten Absichten unsers Augusts und unsrer Mäcenen eine Schule der Sitten und der Tugend werden soll; so muffen wir besonders vorsichtig in der Wahl unfrei Mitglieder seyn. Mr muffen eben fo wohl auf die Aufführung, als auf die Wis- senschasten, eben so wohl auf das Herz, als auf den Verstand derjenigen sehen, die an unfern Bemühungen Theil nehmen wollen. Wir dürfen Niemand einen Zutritt ertauben, von dem wir wissen, daß er zanksüchtig/ daß er niederträchtig und überhaupt lasterhaft ist. Wir dürfen nur diejenige zu unfern Mitgliedern annehmen, die friedfertig und edel denken, denen Tugend und Religion keine gleichgültige Namen sind, die alle Thorheiten und jugendliche Ausichweifungen verachten, und sich vor- gefetzt haben, nicht allein ihren Verstand, sondern auch mit jedem Tage ihres Lebens ihr Herz vollkommner und ihre Sitten gefälliger zu machen. Wenn wir dieses nicht zu einem heiligen Gesetze unsrer Gesellschaft machen; so werden wir die Absichten unsrer Gönner eben so wenig,' als die Endzwecke unsrer Gesellschaft erreichen. Lassen Sie es seyn, daß unsre Gesellschaft durch diese sehr nöthige Vorsichtigkeit nicht fo zahlreich wird, als sie vielleicht ohne dieselbe werden könnte; wird sie wohl dadurch etwas verlieren? Ist es grösere Ehre für sie, wenn sie aus vielen Mitgliedern besteht, die aber meistentheils Hochmüthig, Embildisch, Gehässig, Neidisch, Menschenfeindlich und Verläumderisch sind, als wenn'sie nur aus sehr wenigen, aber edlen und rechtschafnen Jünglingen, nur aus einigen treuen und aufrichtigen Freunden besteht, die ihre Kenntnisse in den Werken des Witzes zu erweitern, ihre Wissenschaften mit gemeinschaftlichen Kräften zu erhöhen und sich dadurch zum Dienste ihres Vaterlandes geschickter zu machen suchen? So gewis es ist, daß Em redlicher Freund ungleich mehr werth ist, als taufend treulose Veräther: so gewis ist es auch, daß Ein Gesitteter, Ein Lehrbegieriger, Em Edelgesinnter unserer Gesellschaft mehr Ehre bringt, als tausend Lasterhafte.
Wirr-


