mrö VLachrichkett. Ach
„ lich geliebte Mutter aus dieser zeitlichen Mühseligkeit in diefroheEwig- „ leit abzufordew. Dieses unverhoffte Ableben meiner wohlseligen Mut- M ter nöthiget, die zurückgekommene goldene Zeit, ich meine, der kostbare „ und edle Friede reizet mich, und selbst meine häusliche Umstünde erfort „ dern es , daß ich mich in den Stand der heiligen Ehe begebe. Ich weis, „ daß mein hochzuverehrender Herr AmtsVruder allzu groftn AntheiL au ff meinem trauervollen Verlust und überhaupt an meinen anderweitigen „ Umstanden nchmen, als daß mir Dieselben eine Bitte abschlagen soll- „ tcn, die mir Dieselben so leicht gewahren können, und deren Gewäh- „ rung anitzt mein einziger Wunsch ist,I und dereinst meine größte Glücksee- „ ligkeit auf dieser Welt seyn wird. Mein Herz, " (hier rückte der dicke Pedant seine Perücke in -Ordnung, die durch die gewaltige und tiefe Complimente unt) durch das aüzu öftere Kopfschütteln nur noch die eine Seite seines grauen Haupts bedeckte. ) „ Mein Herz, fuhr er fort, em- „ pfindet schon seit geraumer Zeit eine heftige Neigung zu Deroselben theu- „ ersten und hochgeschätztesten Jungfer Tochter. Ein unauslöschliches „ Feuer rollt durch meine Adern, und alle meine Philosophie ist nicht im „ Stande, seine Flammen zu dampfen. Halten Sie demnach meine Per- „ son nicht gänzlich unwürdig, Deroselben liebenswürdigste Jungfer Toch- „ ter und ihr unvergleichliches Herz zu besitzen; so werden mich Dieselben „ zeitlebens glücklich machen, wenn mir Dieselben gütigst erlauben, mich „ mit derselben ehelich zu verbinden. „ Hätten Sie wohl, meine Herrn, bey dem Anfänge dieser Chrie vermuthet, daß sie sich mit einem Heyraths- Antrage endigen würde? Es geschah aber gegen alle Vermuthung. Man machte dem Herrn Frey^ einige gleich steife Complimenten, und bat sich, wie gewöhnlich, Bedenkzeit aus. Ich wurde um meine Gesinnung befragt. Was konnte ich anders antworten, als daß ich keine Person zum Manne haben wollte, die von der ganzen vernünftigen Welt als ein Pedant angesehen wurde, und die mir oft selbst zum Gelächter gedienet hatte. Allein meine Entschuldigungen halfen mich nichts. Man sagte mir, daß diese Ehe im Himmel geschloffen wäre, und ich stünde meinem Glücke blindlings im Wege, wenn ich ihm nicht meine Hand gäbe. Wozu entschließt man sich nicht, wenn uns die Eltern zureden? Ich versprach mich mit ihm. Aber kaum war dieses geschehen, so wurde mir seine eckelhafte und unangenehme Aufführung noch kenntlicher. So pedantisch beredt er sonst auch ist, so wenig konnte er mir seine Liebe ordentlich erklären. Er sprach immer von Augen, die wie Sonnen-Stralm sein wächsernes Herz
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