363 Giesifche wöchmtlich * gmerttttStzigL Anzeigen
-ttschmetzen, und wenn er recht zärtlich war; so schlug er seine Absäzze zusammen, stellte sich hinter mich und trummelte mit seinen Zeigefingern auf meinem frisirten Kopf. Stellen Sie sich vor, was für Gedanken ich mir damals von meiner zukünftigen Ehe muß gemacht haben.
Noch einen Vorfall muß ich Ihnen erzählen, woraus Sie ihn noch auf einer andern Seite kennen lernen. Ich besuchte ihn einmal als Braut mit meinen Eltern. Wir trafen ihn sehr beschäftigt an. Er hatte uns -um Essen eingekaden, und zu diesem Gastmahl ein Spanferkel geschlachtet, das er selbst in seiner Wohnstube ausnahm. Er empfieng uns auf der Treppe im Schlafrock, in einer Perücke so gros wie eine Wolke, und wie ein Metzger, mit dem Messer im Munde. Seine Bewillkommungs- Complimenten können Sie sich leicht vorstellen. Sie waren erz-pedantisch. Seine Magd, die, glaube ich, anitzt die schmutzigste in der Welt seyn mag, kochte einen Coffee und mein Verlobter reinigte immittelst die Tassen in dem Wasser, worinn er das Spanferkel abgeschwenkt hatte. Hätten Sie nicht mit trinken mögen, meine Herrn? Ich mußte ihn endlich meines Widerstrebens ungeachtet wirklich heyrathen. Und anitzt ist er als Mann noch ein eben sogroser Thor, als er ehedem war, und noch eben so galant in seiner Aufführung, als er bey dem Besuch war, den ich mit meinen Eltern bey ihm ablegte. Alle Vorstellungen helfen nichts bey ihm. Er ist einmal ein Thor, und als ein Thor will er sterben. Ich bin inzwischen allen Spöttereien ausgesetzt, und man lacht anitzt eben so sehr über mich > als ich ehedem selbst über ihn gelacht habe. So oft Gesellschaft zu ihm kommt; so oft spricht er in lauter Chrien mit ihr, und überhaupt beträgt er sich als ein ungeschliffener Pedant. O daß doch die Eltern ihre Kinder nicht nach ihren eigenen Neigungen heyrathen lassen. Glauben Sie mir, meine Herrn, es würde nicht so viele unglückseelige Ehen in der Welt geben, wenn man den Kindern selbst die Wahl derjenigen Personen über lies, mit denen sie zeitlebens in dem genauesten Bündnis leben sollen. Ich würde gewis nicht so unglücklich seyn, als ich es würklich bin, wenn man mir selbst diese Wahl vergönnt hätte. Wie soll ich mir nun helfen? Stehen Sie mir mit Ihrem guten Rath bey, meine Henn. Ich bitte Sie so sehr darum, als man nur bitten kann und bin
Ihre
aufrichtige Dienerin
Helena Aphchonr'am'lj/ gebohrne Areigm. n Gelehr-


