ZS6 GiesisihL gemekttttZtzkse Attzeigen

Mr, meine Herrn, wie wenig auf die üble Nachreden zu gehen ist. Wenn Mine Mutter noch einen Fehler an sich hat, so ist es blos dieser: daß sie ein wenig abergläubisch ist, und beynahe den ganzen Tag mit den Mägden zankt» Dies sind aber nur bloss Gewohnl-eiten. Viel Vermögen haben meine Eltern nicht. Es ist bekannt, daß die DorsPsamyen in der Pfalz manchmal zum Erbarmen schlecht find. Mein Vater hak das Unglück ge­habt, auf eine solche Stelle gesetzt zu werden , wo er kaum sein Auskom­men hatte, und mithin unmöglich grose Reichthümer sammlen konnte. Er rhate aber doch alles, um ein Frauenzimmer von Stande aus mir zu bil­den. Ich wurde zu meiner.Tante nach P . . , einem kleinen Städtgen, rvo man alle gross und vornehme Moden nachahmt, geschickt. Hier lernte ich, wie man in Gesellschaften artig rhut, wie man.über diese und jenePer- ßomn urtheilt, wie man diese Urtheile in andern Gesellschaften erzählt, und ß erzählt, daß fie Beyfaü erlangen, kurz, ich nahm alle-die Eigenschaften an, die man von einem galanten Frauenzimmer fordert. Ich wurde noch rwllkommner. Die Franzosen hatten einige Jahre nach einander Winter­quartiers m P... Man hielte mir einen Tanzmeister, und ich genoß täglich des artigen Umgangs einiger Französischen -Officiers. Sie sagten wir immer so viele LobesErhebungen und so viele Schmeicheleyen vor, daß Kh sie noch nicht vergessen kann, die artigen Leute. Der allerliebste Mar­quis! o hätten Sie ihn doch gekannt, meine Herrn. Er würde Ihnen gewis gefallen haben. Genug, ich wurde sehr bald von meiner Tante für geschickt gehalten, die Rolle eines ModeFrauenzimmers zu spielen, und da ich auch selbsten anfieng, meine Gröse zu fühlen, so kehrte ich wieder zu weinen Ettern zurück. Ich hoffte von Tag zu Tag, daß meiner Artigkeit wegen eine Menge Manns-Personen und zum wenigsten Amtmänner um mich werben lassen würden. Meine Hosnung wurde aber immer schwächer und meine Eltern selbst fiengen endlich an zu zweifeln, ob sie meiner los werden würden. Da fast alle Hosnung verlohren war, kam die schwere Maschie- m meines jetzigen Ehemanns und trug meinen Eltern seine Liebe vor. Er- kauben Sie mir, daß ich Ihnen die Ausdrücke, die er brauchte bekannt mache. Theuerster und bis zu meiner Gruft liebwerthester Herr Amts- r, Kruder, sagte er als Conreetor zu meinem Vater, nachdem er seine ho- ft he rauchlederne Absätze zusammengeschkagen hatte, " es hat, wieJH- nen und jedermänniglichen zur vollkommnen Genüge bekannt ist, dem # kieben allmächtigen GOtt, dem HErrn über Leben und Tod gefallen, ss, w im Leben werth gehabte und bis an ihr fettiges Ende von mir kind-