i 30 Grcsische rvochentlrch - gemeinnützige Anzeigen
brochenen Eifer um seine Verherrlichung. Man kann nicht mehr daran zweifeln/ wenn man erwägt/ mit welcher Strenge sie ihre SittenLehre wollen ausgeübt haben / wenn man ihr brennendes Verlangen und ihren heiligen Eifer betrachtet/ die Menschen zum Gehorsam gegen GOtt zu bewegen/ wenn man bedenkt/ daß sie durch ihr eignes Veyspiel ihre Zuhörer zur Nachfolge Christi anfeuerten. Und welch eine wunderbare Gewalt hatte nicht ihre Predigt über die Herzen der Menschen? Wurden nicht so erstaunlich viele/ und zwar in einer so kurzen Zeit bekehrt? Sagen Sw mir/ mein Herr / würde dieses wohl möglich gewesen seyn/ wenn sie mit ihrer Predigt nicht ein heiliges Leben und eine ganz besondere Frömmigkeit verbunden hatten? Ich übergehe noch mit Stillschw igen das Zeugnis ihrer frommen Schüler/ die den Märtyrer Tod um der Wahrheiten Witten ausgestanden haben / die ihre Lehrer bezeugt hatten. Und ich denke nicht einmal an das tugendvolle Leben der ersten Christen überhaupt/ das doch eine Nachahmung und ein Beweis von dem eben so tugendhaften Leben ihrer Lehrer war. Gewiss wenn man hierüber nur ein wenig nachdenkt; so wird man die Apostel nicht des geringsten Betrugs beschuldigen können/ noch viel weniger eines so unverschämten und gottlosen Betrugs/ als der ihrige würde gewesen seyn/ wenn sie selbst dasjenige erdacht hatten/ was sie von der Auferstehung JEsu bezeugt haben. Allein so sehr auch aus ihrem heiligen Leben erhellet/ daß sie keine Lügner und keine Betrüger waren: so erhellet es
r) doch noch viel deutlicher aus den mannigfaltigen Leiden / die sie um der Wahrheit ihres Zeugnisses willen ausgestanden haben. Ich weis sehr wohl/ daß der Märtyrer Tod/ kein unumstöslicher Beweis für die gewisse Wahrheit einer Sache ist/ und daß es nicht ganz unmöglich ist/ um einer falschen Lehre willen sich das Leben nehmen zu lassen. Allein das ist doch wohl ganz unleugbar daß ein solcher qualenvoller Tod/ als der Tod eines Märtyrers ist/ der gewisseste und stärkste Beweis von der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit desjenigen / der ihn leidet/ kann genennt werden. Man kan zwar etwas falsches für wahr halten und so sehr davon eingenommen seyn / daß man sich um dieser vermeinten Wahrheit willen grose Marternzufügen läßt; allein es ist unglaublich und unerhört/daß man um einer falschen Sache willen / von deren Unwahrheit man in seinem Gewissen vollkommen überzeugt ist/ die allerempfindlichsten Qualen leidet. Und dieses müßte man doch gleichwol von den Aposteln behaupten/ wenn sie Betrüger gewesen waren und wider besser Wissen und Gewissen bezeuge
hätten.


