Ausgabe 
21.5.1765
 
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Mesische wöch entlich - gemeinnützige Anzeigen

bekannt, welcher von allen, Ze st gekennt haben, ist beweint worden Sie war rn ihrem Leben die Bewunderung und das schönste Muster der h Nachahmung aller treuen Mütser. Diese vortrefliche Frau verlohr ih- " ^6nJte zärtlichste liebte, in der besten Blüthe fei« h Er Unterließ ihr bey. einem mittelmcisigen Vermögen dren

Söhne und eme Tochter, die alle noch unerzogen waren. Man kann sich leicht vorstellen,^daß ihr nichts in der Welt empfindlicher müsse ge- wesen seyn, als der Verlust eines Gemahls, dessen Leben noch so viel nt ihrer eignen und ihrer Kinder Glückseeligkeit hatte betragen können. n inzwischen unterwarfJje sich doch mit der grösten Geduld der Füh- " nllH8 ?? Sie sah den Tod ihres Gemahls nur als eine de- , sto stärkere Arssmunterung an, ihr ganzes Leben der Tugend zu heiligen, und für das Gluck ihrer Kinder zu sorgen. Diese Sorge beschäftigte st den ganzen ^ag. Sie nahm sich vor, ihr gesammtes Vermögen zu ei- ner tugendhaften und weisen Erziehung ihrer Kinder anzuwenden, und ihre eigne Bequemlichkeit dem Wohl derselben aufzuopftrn. Sie fcctte mir lehr Ofce/ daß eine tugendhafte Erziehung die allerbeste ,, ^.rbfchaft wäre/ die Eltern ihren Rindern hinterlassen könn^ ten. Wae helfen uns die größten Reichthümer/ wenn wir sie nicht aus eine Vernünftige Art anzvwenden wissen/ und wenn wir sie nur brauchen/ um unsre lasterhafte Neigungen zu be- fticdigen W<i6 helfen uns alle Schätze der ^Velt/ wenn wir sie als Thoren besitzen/ denen das Glück/ das sie in ihrem Geld zu finden meinen/ ein wahrhaftes Unglück ifly Meine Rinder Men die Tugend lernen/ und wenn sie diese gelernt haben, fo sind sie reich genug. Ich wundre mich manchmal recht sehr/ wenn Leute/ denen die Vorsicht ein groses Ver- mögen Verliehen hat/ ihre Rinder in der Tummheit und in den niederträchtigsten Gesinnungen verwildern lassen wie r) ^^e Menschen könnten durch die bessere Erziehung dersilbcn ff glücklich gemacht werden, da sie aniyt zu weiter nichts tau# h §en / als sich mit den unnützesten Dingen zu beschäftigen oder ff dre fo kostbaren Tage mit einem unverantwortlichen Müs^ h siggchen ztt verschwenden! O wie gros nmß die Vcrantwor- tung solcher Eltern seyn! Sie entschuldigen sich zwar manch-- mal damit/ daß ihre Rinder nichts hätten lernen wollen/ und ?> daß sie sie mehr ihren r^eigmrgen hätten überlassen / als sie

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