Ausgabe 
21.5.1765
 
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' und Nachßichten. W

Vi zwingen wolle tt, sich mir Dingen zu beschäftigen/ biV ganz ff wider ihr Naturell wären. Allein welche tumme Entschuld digung ist das! Man muß die Neigungen der Rinder ver-< bessern; und man muß sie verbessern/ wenn sie noch ganz ff jung sind. Man muß diese Verbesserung nicht bis in das ach- ff ttf bis in das zehnte Jahr verschieben. Man muß schon im ft zweiten Jahre damit anfangen- Alsdann kann man die Rin^ ft der ziehen/ wie man sie haben will. Ja manchmal will man f, so gar die Fehler/ die man seinen Rindern erlaubt/ mit der Liebe entschuldigen' die man für sie hat. Man bezeigt zuwei- ft len seine Freude darüber / wenn die Rinder etwas unhöfliches !, sagen, wenn sie andre schelten, schlagen/ oder haßen/ und ft man befiehlt es ihnen so gar, daß sie den böftnpapa oderdieMa^ ,, ma schlagen oder schelten sollen. Man wehre es ihnen nicht, eigensinnig zu ft^n, wenn sie in Gestllschaffeen sind. Man f, bringt ihnen einen Abscheu für armen und elenden Leuten bey, ft und man verbietet ihnen zu denselben zu gehen, oder sie zu ft grüsen. Man zieht ihnen entweder eitle Rleider an/ oder man ff erlaubt es ihnen/ in den schmutzigsten herum zu laufen. Und ft dies alles entschuldigt man mit der Liebe gegen seine Rinder. ft warlich! Eine unvernünftige und fthr schädliche Liebe! Diese ff kleine Freyheite«/ diese frühzeitigen Fehler sind die Quelle von ft den allergrößten und entsetzlichsten Lastern. Man würde §o- wis nicht so viele ungeraehene Rinder, so viele Menschen-' t, feinde/ so viele Rachsüchtige / so viele Eigensinnige undUn- ft höfliche in der Welt finden, wenn man den Rindern nicht von ft Jugend auf Gelegenheit zu allen diesen Lastern gäbe, wenn man sich mehr bemühete, ihre angebohrne böse Neigungen zu verbessern, und dieselben in eine zärtliche Liebe gegen ihre tt Eltern, in Sanftmuth und Demuth, in Gefälligkeit, Mit- ft leiden und Menschenliebe zu verwandeln. Die gewöhnliche Art, die Rinder mit Schlagen zu strafen, halte ich aus vie-- len Ursachen für eben so unvernünftig. Jeder Schlag, den M nran ftinen Rindern gicbt/ ist ein neuer Beweis, daß man die ff Rinderzucht nicht recht versteht/ oder es ist doch wenigstens ein Beweis, daß man vorher in derselben muß gefehlt haben, ft sonst würde man gewis nicht nöthig gehabt haben, seine Zu-- / X » fluch«