6r Giesische wöchentlich - Zcmeümützige Anzeigen

den nicht tief genug, oder der untere Grund feucht ist; unb dabcy find die Wurzeln so auszubreitcn, daß sie nur auf Cie Seiten auslaufen könne». Sonst ist ein junger Baum in Grabland, in leichtem Erdreiche und wegen des Windes, dem er zu widerstehen hat, tiefer zu setzen, als er in der Baumschule gesessen hat. Er darf aber ja nicht zu tief in die Erde kom­men; denn ein, zumal in starkem Boden, zu tief gesetzter Baum, wach­set, wie man aus der Erfahrung weis, schlecht, und zwar aus der Ursache, weil die Wärme und Feuchtigkeiten zu den zu viel mit Erde bedeckten übern Wurzeln nicht so leicht kommen können. Er wird auch so lange schwach seyn, wie Herr Hamel angemerkt hat, bis aus dem in der Erde stehen­den Stamme selbst Wurzeln geschlagen sind. Man soll auch einen Baum nicht so tief setzen, daß das daran gepfropfte, zumal wenn es nicht über­wachsen ist, mit der Erde bedeckt werde!

Daß man dcy dem S etzen eine jede Seite des Baums nach eben der Himmels- gegend, nach welcher dieselbe vorher gestanden hat, kehre, das haben schon Theo- phrastus und Columella, und nach ihnen die meisten Schriftsteller von der Daum­zucht vorgeschrieben. Ob es irgend in Griechenland und Italien als wärmern Laudern nöthiger sei), sich darnach zu richten, das weis man nicht. In Frank­reich nahm Herr du Hamel So. Ulmenbäume aus Weinbergen. Ihre Seiten zeich­nete er sorgfältig, und verkehrte dieselben, da er einen Spaziergang mit diesen Daumen besetzte, wechselweise bep der einen Hälfte, bet) der andern nicht. In den folgenden Jahren konnte man im Wachsen nicht den geringsten Unterschied unter solchen Bäumen wahrnehmen. Man hat selbst viele Obstbäume gesetzet, die alle wohl gerathen sind, ungeachtet man dieser Vorschrift mit Fleis nicht gefolget ist. Man kann sie also nicht überhaupt vor richtig ausgeben.

Eine Hauptsache ist es, einen Daum so zu setzen, daß keine Wurzel hohl liege, und eine jede von der Erde recht umgeben werde, welches nicht geschehen kann, wann diese grob und schollicht ist. Man hat sie also, wofern keine reine aus einem ein Jahr vorher gegrabenen Locheioder sonst vorhanden ist, durchzuschlagen oder auf eine andere Weise klein zu machen. Man kann auch von gebauetem Lande die obere lockere und fruchtbare Erde nehmen, welche den Wurzeln, wenn sie unter, um und über dieselben gelegt wird, vortreflich bekommt. Der Schlamm - ober Gas- sencrde, oder des Mistes sich bet) dem Setzen zu bedienen, das ist so wenig natür­lich, alsrathsam; indem dadurch mancher Baum, so gut er auch einige Zeit ge­trieben, das Leben verlohren hat. Der Mist, der um die Wurzeln käme, würde auch mir verursachen, daß Höhlungen um dieselben blieben.

Füllet man ein kurz vorher gemachtes Loch mit durchgeworfener oder durchge­siebter Erde so hoch an, als der Daum stehen soll, stellet auf dieselbe die Wurzel ordentlich, streuet auf diese eben solche Erde nach und nach und begießet sie dar- zwischen allemal stark genug, bis man versichert ist, daß sich dieselhe um alleWur- zeln dicht angesetzt habe; so wird ein so auch erst im April gesetzter nicht gar juv- ger Baum fast eben so frisch wachsen, als wenn er nicht wäre versetzt worden.

Und