5 r GLesische wöchentlich - Aemeinnützige Anzeigen kirschen. Zu Reisern aber von süßen Kirschen schicken sich die Stamme von säuern nicht.

Wohlschmeckende Birne pfropfet man auf Stamme von milden oder süßen Birnen, weil solche, die auf wilde Birnbäume gepfropfet werden, keinen so angenehmen Geschmack, wie schon der Römer Varro angemerckt hat, und die Erfahrung es sattsam 'destättiget, bekommen. Sichet man aber mehr auf die Dauer der Bäume und Früchte; so setzet man ihreRei- ftr auf Wildlinge.

Die Holzapfelbäume hält Miller nebst andern Engländern vor die be­sten , Apfelreiser darauf zu pfropfen, weil sie die dauerhaftesten sind, und nicht leicht ungesund werden, auch einige auf sie gepfropfte Aepfel von der besten Art bep ihrer gehörigen Größe, Farbe, Festiget und Geschmack erhalten, da derglcicheu Obst auf andern Stämmen von süßern Aepfeln wohl größer, aber nicht so gut und dauerhaft wird. Er führet davon den Goldpippin an, und man kann eben das in Deutschland von dem Borsdör­fer sagen. Da indessen die Apfelreiser etwas von der Beschaffenheit d-r Stämme, wie die Birnreiser, wiewohl etwas weniger, annehmen; so ist es natürlich, daß säuerliche Aepfel, die man auf Stämme von herben Aep­feln pfropfet, einen schärfern Geschmack bekommen, und daß die auf Süß­apfelstamme gepfropfte Saueräpftl etwas milder werden. Allein Süßap­felbäume sind wegen ihres Holzes und ihrer Dauer nicht die besten.

Die vorgeschlagene Stämme sind also, wenn man sie gut haben will, vor allen Dingen aus Steinen und Kernen zu ziehen. Man nimmt her­nach in der Baumschule die jungem frischgewachsene Stämme zum Aeugeln, und diejenigen, welche ungefähr eines Daumensdick und ohne Mangel sind, zum Pfropfen. Hierzu und zum Versetzen dienen junge Bäume allezeit bester, als ältere, und es ist sicherer, jene unten eine Handbreit über der Erde, als oben, zumal wenn von ihnen die Seitenäste abgeschnitten wor­den, zu pfropfen. Die Bäume soll man darauf nicht eher an ihren -Ort se­tzen, als wenn sie zweyoder drey Jahre in der Baumschule gepfropft gestan­den haben; und bey dem Ausgraben derselben ist alle Mühe und Sorgfalt anzuwenden, daß so viel Wurzeln daran bleiben und diese so wenig verletzt werden, als es nur immer möglich ist: dann es ist Fein Zweifel, daß ein Baum desto besser wachsen kann, jemehr gute Wurzeln er bat.

Zum Scheu hat man die Stämme, man mag sie nun selbst gezogen Haden, oder von andern kaufen, zu erwählen, die an den Wurzeln, Rin­den, dem Holze und im Kerne gesund und unbeschädigt sind. Man muß deshal-