r-s Giesifch -wöchetttlich gemeümützige Anzeigen untersuchen und empfinden. Wir muffen nicht blos ihre nairen und kern- haften Ausdrücke, wir müssen auch ihre edle und erhabne Gesinnungen bewundern und solche uns eigen zu machen suchen. Wir müssen ihre Lehren nicht blos wissen, sondern auch ausüben. Wir müssen die Beyspiele, die sie uns von VerGrosmuth, von der Menschenliebe, von der Freundschaft, von der Zärtlichkeit, von der Liebe zum Vatcrlande,. von der wahren Ehre, von der Dankbarkeit, von der Gefälligkeit und überhaupt von der Tugend geben, nicht blos tief unserm Gedächtnis einpragen, sondern noch viel tiefer in unser Herz eindrücken, daß es Ley jedem vorkommendem Fall ebenso gros mw edel denkt, eben so menschenfreundlich und helden- müthig handelt. Kurz wir müssen nicht blos unfern Verstand, sondern auch unser Herz du»ch die schönen Wissenschaften zu bessern suchen.
Mit Viesern Vorsitz, meine rheuerste (Eotnmih'tortenz mit dieser Fassung unsrer Seele studieren wir erst recht die schönen Wissenschaften. Nur auf diesem Weege ist uns der Zugang zu ihren Heiligthümern eröfnet. Nur von dieser Seite betrachtet, verdient der Fleiß und die Sorgfalt, die wir ihrer Eultur widmen, den Veyfall der Kenner und die Huld unters Durchlauchtigsten Beschützers. Und weichen wir von diesen Vorschriften ab ; so werden die Vortheile, die wir von unfern Bemühungen rrnden, sehr geringe, und der heutige Tag wird des Glanzes kaum werth seyn, der ihn auserdem umgiebt und zur Ehre unsrer Gesellschaft herrlich
Es würde ein strafbares Mistrauen seyn, das ich, Dsrnehme Zu-- Hörer, in dero erleuchtete Einsichten setzte, wenn ich Ihnen hier umständlich erwehen wollte, daß eine gründliche Einsicht in die Werke des Witzes und der schönen Wissenschaften nach ihrem ganzen Umfange betrachtet, alle diese rühmliche Eigenschaften uns zu verschaffen vermöge. darf Ihnen nur die unsterblichen Schriften der Lehrer unsrer Academie nennen , die mir eben so vieler Gründlichkeit und Deutlichkeit, als Anmuth und Beredsamkeit geschrieben sind, ich darf Sie nur an die Grosmuth und Menschenliebe, an die Gefälligkeit, Dienstfertigkeit und Rechtschaffenheit derselben erinnern. Ich darf Ihuerr nur die Schriften und dre nachahmenswürdige Beyspiele eines erhabenen und begeisterten Klopstocks, eines empfindungsvollen Cramers, eines sanften und lehrreichen Gellerts vorhalten. Ich darf nur die Lobsprüche in Ihr Gedächtnis zurück rufen, die Cicero dielen Wlffenschafttli, aus eigner Erfahrung von ihrem Werth überzeugt, tmt Recht beylegt. „ Sie nähren die Jugend, sagt er, und vergnü-


