4»# Giefifche »Schentlich« gemefttteifetge Anzeigen
Wicgenlieb.
Schlaf, Kind, so lange noch dein Morgen Erlaubt, daß dich der Schlaf erfrischt. Und ihn die schwere Hand der Sorgen Noch nicht von deinen Augen wischt.
Schlaf sanft, am Mittag deines Lebens Wird manche Nacht dir schlaflos seyn; Am Abend rufst du ihn vergebens. Dann singt kein ftohes Lied dich ein.
Schlaf sanft nach deiner Mutter Küssen Und weine nicht, wenn sie dir singt; Du wirst noch Thranen gnug vergießen Wenn Welt und Gram sie einst erzwingt.
Schlaf sanft, weil noch schuldlos Vergnügen Um deine fromme Wiege wacht. Noch Engel Gottes um dich fliegen Und Unschuld dir im Antlitz lacht.
Schlaf sanft, und wache auf tu spielen, Der Kindheit Glücke lacht dir schön; Itzt kannst du noch das Glück ganz fühlen. Das dann uns flieht, wann wirs verstehn.
Schlaf sanft, schlaf sanft r- Euch Gottes Engeln ' Vertrau ich euren Bruder an;
Bewahret ihn für allen Mängeln, Die sich zu feiner Wiege nahn.
Wenn die Kinder aus Unvorsichtigkeit fallen, sich wehe thun, sich an den Kopfstossen, oder sich auf eine andre Art verwunden; so ist eS fthr gefehlt, wenn die Eltern oder die Bedienten in der größten Anast und Bestürzung hinzu laufen, und die Kinder durch allerlep thörichte Verlöre, chungen und Liebkosungen zu trösten suchen. Dadurch werden sie sehr ver. zartelt, und die geringste Ungemächlichkeit wird ihnen hernach in reifem «n ganz unerträglich Vorkommen. Es ist viel besser, wenn man bev soll chen Fallen eine gewisse Gleichgültigkeit und Kaltflnnigkeit blicken läßt Man macht die Kinder dadurch vorsichtig und gedulkig. Sie lernen nach und nach, daß wir ohne Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Leben nickt durchwandern können. Sir lernen durch kleine Uebel nach und nach grose mit Standhaftigkeit ertragen. Und warum soll man dann bey Zufällen, die nicht mehr zu ändern sind, untröstbar seynk Die Denken, die sich euer
Kind


