x8 Giesilwe wöchentliche gemelttnützige Attzergen der gestifteten ArmenGelder verliefen. In der That, diese Ursache ist nicht ungegründet. Am NeujahrsTag, da die Allmosen Summenweis von der Kanzel verlesen wurden, die im verflossenen Jahr unter die Armen aus- getheiket worden sind, haben wir bemerket, daß die HauptSumme in 970. fl. bestundte. Wir haben uns hierauf genauer erkundiget , und die zuverlässige Nachricht emgezogen, daß hierunter diejenige Allmosen nicht ein­begriffen seien, die an Heimlich-Arme ausgetheilet werden, und daß das Ka­pital der gestifteten Allmosen in zjooo. st. und das Kapital des Hospitals in 1 ycoo. fl. bestehe.

Dieses hat einen Patrioten, der aber mit dem Gieser PoliceiWesen Sanz und gar nichts zu thun hat, auf das Nachdenken gebracht, ob mehr/ ohne dem gemeinen XOeftn eine Last aufzubürden/ zur Erlerch, rerung und zur wahren Wohlfahrt desselben ein Armen-Haus errichtet werden könne ? Er hält es für eine Pflicht, seine Gedanken mitzutheilen. Sie können als der erste rohe Entwurf dienen, und anderen Patrioten Gelegenheit geben, weiter nachzudenken, und Einwürfe, die aber mit Gründen unterstützt sein müssen, und heilsame Zusätze öffentlich mitzu- theilen. Vielleicht ist GOttes Hand mit im Spiel. Vielleicht kommen mehrere, reifere, und gegründetere Vorschläge an den Tag ; Vorschläge, Die, in Giesen, zur Ausführung gebracht werden können, und die vielleicht das Herz der hohen-Obrigkeit einnehmen, selbst Hand anzulegen, und die Errichtung eines Armen-und ArbeiteHaufts wirklich zu befördern.

Die HauptFrage zergliedert sich in vier 4heile:

1) Ob ein ArmenHaus in Giesen errichtet werden könne ?

2) Ob solches, ohne dem gemeinen Wesen eine Last aufzubürden, geschehen könne?

z) Ob das einmahl errichtete ArmenHaus immerfort erhalten wer­den könne? und endlich

4) -Ob es, zur Erleichterung und zur Wohlfahrt des gemeinen Wesens, gereichen werde?

Die Beantwortung der ersten Frage ist wohl gar keiner Schwürig- keit unterworfen. An BauMaterialien fehlt es nicht. Auch haben wir keinen Mangel an Männern, die im Stande sind, einen wohleingerichte- ten Bau aufzuführen. Platz, wo er aufgeführet werden könnte, ist gnug Vorhanden. Auf dem Gelzervweg sind einige NebenStrasen, z. E. die sogenannte GckinderGasse / die ohnedem der Stadt zur Uuzierde gerei- chm. Man konnte von den dortigen Häusern, die sehr wohlfeil sind, einige erkaufen,