Kiestsche wöchentlich- MMW KlMlgen 11116 Nachrichten.

Drittes Stück.

Diettstag- dm istttt Januar. 1765.

Hochfurstl. Hessen - Darnrstadtischer gnädigsten Erlaubnis.

Von einer vornehmen Hand sind uns mitgetheilet worden: Unmasgebliche Vorschläge, zur Errichtung eines Armen-und Arbeits- Hauses, in der Stadt Giesen.

S^s ist bei uns eine alte Klage, daß man alltäglich, sowohl in den Hausern, als auf der Strafe, von so vielen Bettlern belästiget werde. Und wie mancher Diebstahl wird, in der Küche oder im unteren Theil des Hauses, von demjenigen begangen, der kommet, um Allmosen zu bitten. Jener alten Klage tritt, in neueren Zeiten, noch eine andere hinzu. Sonst waren die Bettler noch demüthig, und, manche Haus-oder FeldArbeir zu übernehmen, geneigt und willig Jetzo sind sie grob- Vor ein stück Brod oder vor einen Heller erstatten sie kaum eine kalte Danksagung. Bietet man ihnen eine Arbeit an , so entschuldigen sie sich entweder mit einer läppischen Ursache, oder sie verlassen einen, ohne Antwort zu geben.

Dergleichen Klagen führete man jüngsthin in einer sehr ansehnlichen Ge­sellschaft. Unter den Ursachen der Vielheit der Bettler und des Vettelstol- tzes wurde, unter anderen, angegeben, daß die gestiftete Allmosen in Gie­sen so stark seien, daß sich Leute, die wohl arbeiten und sich mit ihren Hän­gen ernähren tonten, die aber lieber faullenzeten, auf die Austheilungen

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