Gresisthe wöchentlich Anzeigen

raß niemand in der Welt geschickter ist/ ein Mitglied dieser Gesellschaft zu werden/ als eine Person/ die die Erlaubnis hat/ sehr oft an dem Bette der Wöchnerinnen zu sitzen. Denn sagen Sie mir selbst/ wo kann man mehrere Neuigkeiten erfahren/ als eben da? Wenn Sie jsmals diese Oer­ter besucht haben; so werden Sie mir gerne gestehen/ daß man sich alle Mühe in der Welt giebt , die Frau Kindbetterin mit Neuigkeiten und nicht !elten/ wie es dann den Gesetzen der Gesellschaft ganz gemäs ist/ mit Kleinigkeiten, mit Verleumdungen und dergleichen zu unterhalten. Ich muß es zwar gestehen , daß es einer Jungfer so gar anständig nicht ist, Kindbettennnen zu besuchen. Allein das thut zur Sache nichts. Ich bitt in meinem Jungfernstond so alt geworden / daß mir nur noch eine schwache Hofnung zur Veränderung desselben übrig ist. Ich kann also ganz wahr- * scheinlich vmnuthen, daß man mich in diesem Stück als eine verheyrathe- te Person anlehen/ und daß man mir .es gar nicht übel nehmen wird, wenn ich mich doch wenigstens zu erfahren bemühe/ wie man sich in den Wochen zu verhalten hat. Wer weis, ob ich nicht noch- Ich will meine Hof- rmng nicht ganz fahren lassen. Doch ich muß schliefen, so gern ich auch noch eine ganze Stunde mit Ihnen plaudern möchte. Aber noch eins. Wenn ick allenfalls das Glück haben sollte, in diese preiswürdige Gesell­schaft ausgenommen zu werden; so soll man recht seine Lust sehen/ wie ich mich um Neuigkeiten bekümmern werde. Kurz/ ich kann ihnen schwören, (man mag mich nun dazu wählen oder nicht) daß ich die oberste Stelle in der Gesellschaft verdiene. Ich will mich zwar nicht rühmen; aber lch glaube doch, daß kein Mensch in der Welt ist, dessen Neugierde uner­sättlicher ist , als die meinige. Wenn es der Gesellschaft recht vorgestellt w-rd; so hoffe ich, daß man mich ohne grose Schwierigkeit zu einem der vornehmsten Mitglieder machen wird. Ich verlasse mich auf Sie, 'meine Herrn. Ich weis, daß Sie alles dazu beytragen können. Em­pfehlen Sie mich der Gesellschaft aufs beste. Sie werden sich dadurch ungemein verbinden

Ihre

tr<ie6<?nfle Dienerin Anna Curiositas Schwätzerin.

Meine Herrn!

Sie sind meine letzte Zuflucht. Wenn Sie mir nicht helfen kön­nen; so bin ich meines Lebens gantz überdrüßig. Ich habe einen Mann, mit