Md Nachrichten. 8§
Soll ich zu diesen Betrachtungen noch eine einzige hinzu setzen : so ist ein jeDcr Mensch in seinem Gewissen verbunden, Vie ihm von GOtt verliehenen Kräften so gut, ass möglich, anzuwenden. Wiedmet sich also jemand den theologischen Wissenschaften, so stehet es ihm aus diesem Grunde nicht einmal ftey, ob er auf einen Geistlichen, oder Theologen, studieren will. Er muß vielmehr alle diejenigen Wissenschaften nut dem größten Fleise erlernen , wozu er Zeit und Gelegenheit hat. Giedt man nun redlich auf die Erfahrung acht, so wird sie uns mehr als zu deutlich lehren, daß die meisten Menschen in der That mehr lernen könnten, als sie wirklich lernen, und besonders auf Universitäten , mehr durch die Lüste der Jugend, als durch Armuth und Niedrigkeit, gchindert werden, den Grund zu der einem eigentlichen Theologen nöthigen ausgebreiteten Gelehrsamkeit zu legen. Ist einmal dieser Grund gelegt, so können in der Folge der Jahre, ja selbst noch in viedrigern geistlichen Aemtern, zu denselben fo viele wichtige Zusätze gemachst werden, daß endlich sich der Unterschied zwischen den Theologen und Predigern völlig verlieret.
Fraget man demnach, ob sich denn also zwischen dem eigentlichen Theologen und Geistlichen gar kein Unterschied gedenken lasse? so antworte ich nach Maasgabe dessen, was ich bereits hin und wieder erinnert Ha- Habe: Ja, aber nirgends anders, als in dem Lande der Erfüllung guter Wünsche. Man verfahre einmal in Besetzung der geistlichen Aemter gewissenhaft; man besetze die wichtigsten Stellen mit den gelehrtesten untüchtigsten Männern; die geringem mit mittelmäßigen und geringern Ge^ lehrten: so werden im mosheimischen Verstände die ersten Theologen, die andern Prediger seyn.
Gelohrte Anzeige.
Im vorigen Stück haben wir versprochen, in dem heutigen Blakt von dem Inhalt des proZrammscis Nachricht zu geben, wodurch der Hers Rektor - Magnifkus, D. Kocb' zur Antritts - Rede des Herr» D. Baumers, eingeladen hat. Wir erfüllen unsere Zusage.
Die älteste Halßgerichts 4 Ordnung im teutschen Reich ist die Bamberg: sch e. Sie ist um desto werkwürdiger, weil sie die Quelle ist, aus welcher die peinliche Halßgcriches-Ordnung Kaiser Karte V. geschöpfte worden. Aber dennoch sind die Nachrichten sehr voneinander sö- weichend/ die man, in denen, zur gelehrten Historie / insonderheit des
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