14 Giesijche wöchentlich - gemsmnutzige Anzeigen

Mittel jur Tugend nnpreißt. Die Mängel und Unvollkommenheiten der natürlichen, werden durch die göttliche Vollkommenheiten der übernatür­lichen Mittel, hinlänglich ersetzt werden» Unser GOlt laß diesen Vorsatz mchr unausgeführt j Ich bin ewig <

dein treuer wib zärtlicher Vatter..

Anmerkung. Der Aufschub der Besserung ist bcy den Menschen ein Fehler, der sie ihrer Vernunft beynahe unwürdig macht. Sich bessern wollen und sich Dennoch etwas verstatten, das der Besserung ganz entgegen ist, ist un­vernünftig. Denn mit einer jeden böfcn Handlung erhält man eine neue Fertigkeit, sie wieder zu begehen. Mithin je länger man feine Besserung aufschiebt, desto schwerer wird es hernach, diese Fertigkeit zu sündlichen Handlungen ganz abzulegen. Sich morgen bessern wollen, heißt das et­was anders, als: heute noch mehr in der Bosheit zunehmcn , und seine Liebe zum Laster von neuem zu erkennen geben wollen ? Und warum wollt ihr euch dann erst morgen bessern? O thut es heutenoch, es möchte vielleicht morgen zu spat seynl Sucht Heute noch rechtschaffen gu werden; damit rhr es auch morgen seyn könnt, und es nicht wieder bis auf übermorgen verschieben Möget. Ich kann mich unmöglich enthalten, die vortrefiiche Stelle des erhabensten brittischen Moralisten, worinn -er für dem gefährlichen Auf­schub der Besserung warnet, hier einrücken zu lassen. Hüte dich, sagt er, vor der ansersten Grenze menschlicher Uibel, v hüte dich vor einem langsam - plötzlichen Tode. Wie schrecklich ist nicht dieser bedachtsame Uiberfalll Sey doch heute weise; es ist rasend, es' noch aufzuschicben ;

der folgende Tag wird das unseelige Beyspiel des gestrigen verschützen; und so immer weiter, bis die Weisheit aus dem Leben verdrängen ist Der Aufschub ist ern Räuber der Zeit > er stiehlt uns ein Jahr nach dem andemi, bis alle geflohen sind, und überlaßt die grosm Angelegenheiten riner Ewigkeit der Gnade und Ungnade eines Augenblicks. Würde dieses nicht wunderbar seyn, wenn es nicht so gewöhnlich wäre? daß es so gewöhnlich ist, dieses ist noch wunderbarer.

Unter den erstaunenswürdtgen Irrthümern, welche der Mensch begehet,hat dieser den höchsten Rang, daß alle Menschen im Begriff sind, zu k, " den, und Lwrg an der Schwelle der Eeburr sichen. Alle machen sich die Schmeicheley,zu glauben, daß sie sich einst nicht mehr begeifern werden, und aufdrese Hofnung, auf diese Erbschaft, nimmt ihrHoch- MUth schon Haares Lob auf ; Httju wenigsten ihr eigenes; und preißt ihr künftiges Selbst ; wie vortresilch ist das ^eben, das sie nimmer füh- ren werdenl Die Zeit, welche sie in ihren -eignen fanden haben, wen- " L» ^ochew t»; lene, welche sich noch in den fänden des " Schicksals LefindeL, wird der Weisheit angewiesen; das, was sie nicht umhrn können, sich vorzunehmen, wird hinrangcsetzt. Der elende

W -auMebeude Mmsch ist saurer versprechen, und das durch alle < n Stu-