mrd Nachrichten.

Stufen feines Alters. Als Jünglinge, ruhen wir feeylich zuweilen, « mit einer edlen Zufriedenheit,, in völligem Vergnügen : für uns selbst unbesorgt; und wünschen nur, als rechtschafne Söhne, daß unsre Vat- ter weiser seyn möchten: Im dreißigsten Jahre argwöhnt der " Mensch, daß er selbst ein Thor sey ; weis es im vierzigsten, und ver, '' bessert seinen Plan ; im ftrnftigsten schilt ec seinen schändlichen Verzug, ,, und treibt seinen klugen Vorsatz zur Entschliesung ; entschließt sich nut der ganzen Tapferkeit der Gedanken; entschließt sich, und entschließt sich wieder, und stirbt eben derselbe.

Nachricht. ,

Di e ZiehungsListen der Ersten Neuwieder Lotterie jweyken Elasse so »m Po­rten Monath gezogen worden, sind angelangt, und können also dieGewmnstebey Ausgebern dieses abgeholet werden und zur zlcn Elaste einle-en z fi. zo. kr. Wer

Gelehrte Anzeige.

, Das gross Geheimniß der Offenbarung Gottes im Fleisch, in ei­ner Predigt über das Evangelium am 2ten Weihnachtstage vorgestellt, und auf '' Verlangen dem Drucke überlassen von Johann Georg Hofmann, der onenta- , lischen Sprachen ordentlichen öffentlichen Lehrer allhier. jfl bey dem Fnrstlicheit banckenBuchdrucker Schröder vor 4. Kr. zu haben.

Wir preisen diese fürtrefliche Predigt, an deren rednerische Ablegung wie uns noch mit wahrem Vergnügen erinnern, unfern Lesern als cm vollkommenes Muster derjenigen Beredsamkeit an, durch welche ehemals die Cyrysostome und w unfern Z!iten die Mosheims, die Ierusalsme, und die Cramer die Mmeuu- den der Christen zu erbauen suchten. Der Herr Pros, hat viel ;u erleuchtete Be- qrttfe von der erhabensten Majestät unsrer Religion, als daß er, wie.leider! nur m oft geschieht, mrt niedrigen Ausdrücken von dem erstaunenswurdigen Ge- l^imnist der Menschwerdung hätte reden, und mit nichts bedeutenden Jubeln über das kleine liebe Miulern frohlocken sollen. Unser Erlöser ist GOtt! Seine gött­liche Herrlichkeit Zeigt sich in seiner Geburt und deren armseligen Umstanden sowohl, als in allen Stücken seines Lebens. Es erfordert aber eine durch fielsige Betrach­tung des göttlichen Wortes geschärfte Aufmerksamkeit, wenn man dieses gewayv werden wist. Hiervon sollten also die Lehrer auf der Canzel ihren Zuhörern er- habn und rührende Vorstellungen machen, Vorstellungen, die der Hoheit ihres Gegenstandes und der verschiedenen Fähigkeiten der Zuhörer gleich gemas waren. Der Ärr Prof, hat dieser gerechten Forderung, die man an jeden Prediger ma­ch n kann, ein vollkommenes Genüge gethan. Er hat die geheimn.ßvolle Tiefen be der Geburt JEsu gezeigt, und Betrachtungen darüber angestellt, die den ge- üb en Mrstand des Gelehrten zu beschäftigen, dl- Ungeubtern .zu belehren, und beider Herzen gleich stark zu rühren fähig waren. Kem unnatürlicher Schwulst, keine affectirte und verunglückte Neuheit in den Ausdrücken und Wenoungen, kei­ne unverständliche Beweisthümer; sondern das wahre Erhabene, das Deutliche, das Rührende , do.S Schriftmäßige sind Eigenschaften, wodurch sich dre Predigt deS Herrn Prof, allen Kennern der geistlichen Beredsamkeit empfehlen wird.