3 9t Gieststhe wöchentlich $ Femcittnürzrge Anzeigen
MM zu vermehren, sie finden ein Vergnügen an neuen Entdeckungen uyd lernen nach und nach auf alles aufmerksam zu seyn, was ihnen vorkommt. Dies bringt den Kindern einen unbeschreiblichen Nutzen.
Es ist ganz natürlich, daß die Eltern mehr Freude an einem gehorsamen als ungehorsamen Kinde haben müssen. Allein es ist meiner Mey- mmg nach sehr unvernünftig, wenn man ein Kind deswegen mehr als das andre liebt, weil es schöner und überhaupt die Natur günstiger und wohlthatiger gegen dasselbe gewesen ist, als gegen das andre. Dies muß nothweudig schlimme Folgen haben. Das vorzüglich geliebte Kind wird hochmüthig werden, wird immer Vorrechte vor dem andern haben wollen, wird es zu unterdrücken suchen und überhaupt die Anzahl der bösen Geschwister vermehren. Vey dem weniger geliebten Kinde aber muß es Haß- Mißgunst, Neid und gerechtes Misvergnügen über die rmversthuldete Geringschätzung von seinen Eltern erwecken. Ein solches Kind dauert mich immer in meiner Seele.
Es ist ein Beweis von einer sehr schlechten Zucht, wenn ein Kind, das wir zu uns rufen, nicht zu uns kommt. Dies sollten die Eltern durchaus nicht leiden. Die Kinder müssen zu jederman gehen, der sie zu sprechen begehrt. Dadurch werden sie beliebt und angenehm, freundlich und leutseelig. Von selbst aber und ohne daß man sie ruft, müßt ihr ihnen nie erlauben, zu jederman zu laufen. Es giebt sonst schmeichlet undSchma- rötzer. - Man hört die Kinder gerne reden; aber man sollte sie auch gut reden lehren, man sollte ihnen kein unanständiges Wort ungetadelt hingehen und sie nicht zu viel reden lassen, damit sie nicht geschwätzig werden. Um aber doch ihre Gesprächsamkeit zu erhalten; so laßt sie anfangs oft mit euch selbst langsam und mit Ueberlegung reden, und verbessert sie, wo sie fehlen; kommt ihr hernach mit ihnen bey Gesellschaften: so laßt sie einer jeden Person etwas angenehmes und verbindliches sagen, laßt sie bald etwas loben, bald nach den Ihrigen fragen, diesen um etwas ersuchen, jenem für etwas danken, einen andern um Rath fragen oder ihm etwas angenehmes erzählen. Wenn ihr eure Kinder gewöhnt, von lauter solchen unschuldigen Dingen in Gesellschaften zu reden; so werden sie ungemein gesprächsam werden , ohne jemand dadurch beschwerlich zu fallen; sie werden sich vielmehr dey jederman beliebt und angenehm machen.
Der Beschluß folgt nächstens.
* Unser


