vnd Nachricht^. XSM
Blödigkeit, die meistentheils sehr schlimme Folgen nach sich zieht. Woher kommen jene schüchterne und blöde Leute, welche fortlaufen, sich verstecken, und vor Angst zittern oder schwitzen, wenn sie mit jemand reden sollen, anders, als daher, daß sie in ihrer Jugend nicht sind gelehrt worden, wie sie mit andern umgehen sollen? Woher kommt das gezwungene und steife Wesen in ihren Complimenten, in ihren Reden und Geberden, anders, als eben aus diesem Fehler? Ich kann aber doch bey dieser Gelegenheit nicht unangemerkt lassen, daß es sehr unklug von den Eltern gehandelt rst, wenn sie ihre Kinder auf alle Schmause, auf alle Kindtaufen und dergleichen mit schleppen. Dadurch werden nicht allein sie und die andern Leute in ihrem Vergnügen gestört; sondern die Kinder selbst werden wilder und ungezogener, lernen allerlei) böse Streiche von andern, verderben sich durch übermasiges Essen und Trinken und werden desto früher zur Wollust und Eitelkeit gewöhnt. Ich habe bey solchen Gelegenheiten Kinder gesehen, die so viel getrunken hatten, daß sie von ihren Sinnen nichts gewußt und sich eben dadurch einen frühzeitigen Tod zugezogen haben.
Viele Eltern brauchen manchmal ihre Kinder zu Spionen und schik- ken sie in andrer Hauser, um zu hören, was darin gesprochen wird. Wie niederträchtig ist dieses von den Eltern! Und wie gefährlich und schädlich ist es für die Kinder! Daher entstehen die Neugierigen, die ganze Tage verschwenden , um nichtswürdige Neuigkeiten zu erfahren, und auszubreiten, daher kommen die Plauderer, welche die größte Marter ausstehen, wenn sie das geringste Geheimnis verschweigen sollen, daher kommen die Ohrenbläser, dies menschenfeindliche Ottergezüchte, das man von der Erde vertilgen sollte. Es ist folglich ganz natürlich,'daß solche Kinder zu einer vertrauten Freundschaft, diesem höchsten Glück auf Erden, und überhaupt zu allen wichtigen Geschäften ganz untüchtig werden müssen. Denn diese erfordern Verschwiegenheit.
Wenn euch eure Kinder um etwas befragen oder die Ursache von etwas von euch zu wissen verlangen; so müßt ihr sie nicht mürrisch anfahren, sondern ihnen mit dem größten Vergnügen mit) mit einer unverdrossenen Bereitwilligkeit auf ihre Fragen antworten, ihr müßt sie, so gut ihr könnt, davon unterrichten, und ihnen, wenn ihr sie auch nicht hinlänglich belehren könnt, eure mangelhafte Einsicht offenherzig gestehen, aber ihnen zugleich zu erkennen geben, daß ihr selbst wünschtet, die Sache besser ein- zusehen. Dadurch wird die natürliche Wisbegierde der Kinder sehr ver- gröstrt, sie werden immer eisriger etwas neues zu lernen.und ihreWissen-
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