Ausgabe 
9.7.1765
 
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gen- erwarte Wit Ilngeduld Der^silben Anherökunst und -ttharre all- stets Mt wahrer Mime und Venerarion

Meiner Hochgebietenden Herren jstichtschuldigst -gehorsamster Diener

N. S- <Lulrmus Ältkeb.

Dreselben könnten ohnmasgeblichen meiner vielgeliebten Jungfer Brant «neu artigen Spaß machen, wenn ihr Dreftlben ein kleines Kind j« einer Wiege, nebst einer Raffel und einem Breypfanchen zum Prestyt mitbrächten.

Beitrag zur geheimen Geschichte.

H-Ü« Pen 24. May 176?.

tf Meine Herrn!.,, t

Da ich selbst so thöricht gewesen bin, mich durch das Heyrathen unglücklich zu machen, so will ich auch anitzt der ganzen Welt meine ,, bejammernswürdige Umstände bekannt machen, und darin einige Er- leichterung suchen, daß ich andre für dem Schritt warne, den ich gr- tban habe. Als ich eben zu studieren anfieng, wurde ich in ein Mäd- , gen verliebt, das mittelmäßig schön und «ich, aber von einer desto des, fern Familie war. Ich war häßlich, arm und von einer geringen Her- ,, kunst, hatte aber doch das Glück, meinem Mädgen zu gefallen. Ich , wünschte bey dem Anfang unsrer Liebe nichts mehr, als sie dereinst mel- , ne Frau nennen zu können. Ich gab ihr meine Wünsche zu verstehen. ,, Sie versprach mir, dieselbe zu erfüllen, so bald ich einen Dienst bekäme. ff Allein anstatt, daß ich mir von nun an alle Mühe hätte geben sotten, ff mich zu einer baldigen Beförderung tüchtig zu machen; so brachte ich den größten Theil des Tages bey meinem Mädgen zu, oder wenn ich nicht bey ihm seyn konnte, so dachte ich doch beständig an dasselbe, ohne mich viel um das Studiren zu bekümmern. In dieser Unthätigkeit ver- ,, strichen sechs bis sieben Jahre, und als die Zeit herbcy kam, daß ich mich um ein Amt bewerben sollte, war ich noch immer der unwissendste Mensch. Kurz ich mußte zwölf Jahre auf eine Beförderung warten. ff Im dreyzehnten verhalf mir ein erkaufter Gönner zu einer Rechnungs- ,, Bedienung Nunmehr hätte ich mein Mädgen gerne geheyrathet, al- ' (ein ich konnte die Einwilligung ihrer Mutter nicht erhalten. Diese war zu hochmüthig, als daß sie ihre vornehme Tochter einem armen Men- Ee 2 schm