Ausgabe 
8.10.1765
 
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zrr Giesische wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

Zen; so habe ich mir vorgenommen ihnen heute ein Buch von dieser Art anzupreifen, dessen erster Band im vorigen Jahre heraus gekommen ist, und unter dem Titel fortgesetzt wird: Andachten m Betrachtungen / Gebeten und Liedern über GOtk/ seine Eigenschaften und Wer­ke von Johann Andreas Cramer. Wie alle Schriften dieses grosen Lehrers der Welt vortrefiich und nur allein zur Ehre und Verherrlichung G-Ottes geschrieben sind; eben so vortrefiich und zu einem eben so erhabe­nen Endzwecke ist auch gegenwärtiges geschrieben worden. Ich kan mein Urtheil darüber nicht besser rechtfertigen , aber auch meine Leser auf keine an­genehmere und nützlichere Weise in dem heutigen Blatte unterhalten, als wenn ich eine Betrachtung aus diesem in unfern Gegenden, leiderallzu unbekannten Buche hier einrücken lasse. -Ob ich gleich vielleicht eine schöne­re hatte wählen können; so ist doch meine Wahl nicht ganz ohne Ursache auf folgende gefallen:

den Absichten im Thierreiche.

doch das Vieh, das wird dich es lehren/ und dieVö<- gel unter dem Himmel, die werden dirs sagen/ oder rede mir der Erde/ die wird es dich lehren und die Fische im LNeer werden dir es erzählen. Wer weiß solches nicht/ daß des HErrn Hand das alles gemacht hat; daß in ferner Hand ist die Seele alles deß, das da lebet, und derGeift alles Fleisches eines jeglichen^ Welch eine Schule des Verstandes und der Weisheit! Wie viele Lehrer in dem weit- täustigen Reiche der Thiere, welche alle bestimmt zu seyn scheinen, uns würdige und erhabne Begriffe von der unendlichen Erkenntnis und Kunst ihres Schöpfers und Erhalters beyzubringen! Wer kann auf ihren Unter­richt aufmerksam seyn, ohne durch unzählbare Beweise überzeugt zu wer­den , daß GOtt seine beyden grosen Absichten von der wundervollen Ein­richtung der leblosen körperlichen Welt, theils die Offenbarung und Ver­herrlichung seiner unendlichen Vollkommenheiten, theils die Lust und Wohl­farth seiner zahllosen Lebendigen durch unzählbare vortrefliche und über al­len Tadel sich erhebende Mittel vollkommen erreicht habe? Wer ist so blind oder so fühllos, daß er dieses nicht aus der allen Begriff übersteigenden Mannigfaltigkeit der lebendigen Geschöpfe, aus ihren Gestalten, Bildun­gen und Sinnep, dre nach ihren verschiedenen Bedürfnissen und der, ei­ner jeden Art eignen- Lust und Wohlfarth eingerichtet sind, aus den in dieser Absicht ihnen anerschafnen Trieben und Fertigkeiten, aus ihrer Nah­rung / 'Bewegung, Erhaltung und Fortpflanzung mit der vollkommensten av;v Mer-