zrr Giesische wöchentliche gemeinnützige Anzeigen
Zen; so habe ich mir vorgenommen ihnen heute ein Buch von dieser Art anzupreifen, dessen erster Band im vorigen Jahre heraus gekommen ist, und unter dem Titel fortgesetzt wird: Andachten m Betrachtungen / Gebeten und Liedern über GOtk/ seine Eigenschaften und Werke von Johann Andreas Cramer. Wie alle Schriften dieses grosen Lehrers der Welt vortrefiich und nur allein zur Ehre und Verherrlichung G-Ottes geschrieben sind; eben so vortrefiich und zu einem eben so erhabenen Endzwecke ist auch gegenwärtiges geschrieben worden. Ich kan mein Urtheil darüber nicht besser rechtfertigen , aber auch meine Leser auf keine angenehmere und nützlichere Weise in dem heutigen Blatte unterhalten, als wenn ich eine Betrachtung aus diesem in unfern Gegenden, leiderallzu unbekannten Buche hier einrücken lasse. -Ob ich gleich vielleicht eine schönere hatte wählen können; so ist doch meine Wahl nicht ganz ohne Ursache auf folgende gefallen:
den Absichten im Thierreiche.
doch das Vieh, das wird dich es lehren/ und dieVö<- gel unter dem Himmel, die werden dirs sagen/ oder rede mir der Erde/ die wird es dich lehren und die Fische im LNeer werden dir es erzählen. Wer weiß solches nicht/ daß des HErrn Hand das alles gemacht hat; daß in ferner Hand ist die Seele alles deß, das da lebet, und derGeift alles Fleisches eines jeglichen^ Welch eine Schule des Verstandes und der Weisheit! Wie viele Lehrer in dem weit- täustigen Reiche der Thiere, welche alle bestimmt zu seyn scheinen, uns würdige und erhabne Begriffe von der unendlichen Erkenntnis und Kunst ihres Schöpfers und Erhalters beyzubringen! Wer kann auf ihren Unterricht aufmerksam seyn, ohne durch unzählbare Beweise überzeugt zu werden , daß GOtt seine beyden grosen Absichten von der wundervollen Einrichtung der leblosen körperlichen Welt, theils die Offenbarung und Verherrlichung seiner unendlichen Vollkommenheiten, theils die Lust und Wohlfarth seiner zahllosen Lebendigen durch unzählbare vortrefliche und über allen Tadel sich erhebende Mittel vollkommen erreicht habe? Wer ist so blind oder so fühllos, daß er dieses nicht aus der allen Begriff übersteigenden Mannigfaltigkeit der lebendigen Geschöpfe, aus ihren Gestalten, Bildungen und Sinnep, dre nach ihren verschiedenen Bedürfnissen und der, einer jeden Art eignen- Lust und Wohlfarth eingerichtet sind, aus den in dieser Absicht ihnen anerschafnen Trieben und Fertigkeiten, aus ihrer Nahrung / 'Bewegung, Erhaltung und Fortpflanzung mit der vollkommensten av;v Mer-


