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Eins merkwürbtze Begebenheit fo sich vor und bey der Geburt unfers Heylandes zugetragen.
Es hatte nunmehr die Welt ganzer 3947. Jahr in der Hoffnung auf den versprochenen Weibes - Saamen verharret, so öffnete sich endlich der Himmel, und GOtt schickte den Heyland der Welt auf die Erden, welcher sich durch Krafft des heiligen Geistes in dem Leibe der Jungfrau Marien 9 Monat lang verbarg, und sich endlich in besagtem Jahre den rs. December durch eine natürliche Geburt zu Bethlehem im Stalle auf dis .Welt bringen ließ. Damals beherrschete O&avius 'Xuguftus das Römi- che Reich, und als er Die Krafft desselben wissen wolte, was er vor eine Macht, nicht allein aus Italien, und andern Römischen Provintzcn, sondern auch denen Ländern, so von Rom zn Lehn rührten, im Fall der Noch zusammen bringen könte, schätzte er alle Welt, so aber mehr eine Musterung als Schatzung zu nennen gewesen, welche die Römische Scribmtenr Breviarium Orbis Romani nennen. Daß aber diese Schatzung nicht so eigentlich die allererste zu nennen gewesen, davon besiehe lob. Ludov. Go- tbofv. Cbron. fol. 2.94. b. Diese Heil- und WunderGeburt wurde durch viel WunderZeichenz nicht allein Augufto, sondern auch der ganzen Welt voran gedeutet. Denn als die abgöttischen Römer Auguftum gar zum GOtt machen wölken, recusirte er göttliche Ehre, und befahl: die weise Sibylla von Tiburtma deswegen zu befragen, welche Denn dem Kayser durch göttliche Schickung am hellen Mittage, an dem Himmel einen güldenen Circkel wieß, welcher das Bild einer Jungfrau mit einem Kind auf dem Schoss umschloß. Plinius will, es fei> ein Comet gewesen, welcher eine menschliche Bildung vorgestellet, dabey die Sibylla gesagt: Hic puer maior te erit, hunc adora: dieser Anabe wird gröser als du fewt, dea bäte du an! welches den löblichen Prinzen bewogen, durch ein öffentliches Mandat zu verbieten: man solle ihm weder göttliche Ebre erweisen, noch ihn hinfort Dominum, einen Herrn heissen, weil derHEn Himmels und der Erden bald würde Mensch gebohren werden. Ferner ließ der curiöse Kayser das Oraculum zu Delphis befragen: wer nach ihm zur Regierung kommen würde? Darauf er Drei; Griechische Verse zur Antwort bekam , welche zu Latein also lauten:
Me Puer Flebracus, Divus Deus ip(e gubernans, Cedere fede iubet, triftemque redire fub orcmn: Aris ergo dehinc cacite difcedito noftris.
V - Solcher-


