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brauche der Andacht mit der sorgfältigsten Pünctlichkzi't, und hatte schon dreimal seine Gelübde jm Tempel des Propheten bezahlt» Eine Frömmigkeit, welche aus der Liebe GGttes entspringt, und die Menschenliebe nothweudige-rweise in sich schließt, gewährt dem rechtschaffenen Mann, in io fern sie Dankbarkeid und Gutthätigk-.'it verbindet, und das Moralische zum Göttlichen erhebt, eine neue Würde, und wird nicht nur der Gegenstand der Zuneigung, soudern auch der Ehrfurcht. Hingegen erweckt Die Frömmigkeit des Eigennützigen immer Unwillen und Abscheu, weil er dadurch entweder die Strafe von sich abzuwenden sucht, die ihm jedermann wünscht, oder seine Sicherheit in der Verknüpfung der Heuchelei) mit seiner Strafbarkeit sucht. Daher kam es, daß dem Carazarr, wann er sein Thor verschlossen, wann er mit argwöhnischen Blicken lang um sich hergesehen hatte, und nun zum Tempel eilte, jedes Auge mit einer geheimen Mißgunst nachfolgte; daß der Arme sein Gebät unterbrach, vor dem er vorbey gieng, und daß er jedermann bekannt, dennoch von keinem Menschen gegrüßt wurde.
Das war lang die Lebensart des Carazarr / und der Character, unter welchem er bekannt war. Auf einmal lies er öffentlich ausrufen, er habe sich in ein prächtiges Gebäude in dem Mittelpunct der Stadt begeben; er lade jedermann zu seiner Taft! ein, und er sey bereit jeden Fremdling zu bewirthen. Der Pöbel stürzte sich gleich einem schnellen Strome zu seinem Thor. Und was erblickte er; Carazarr speißte die Hungrigen, und kleidete die Nackenden. Mitleidige Thranen strömten aus seinen Augen, und Vergnügen glühte auf seinen Wangen. Jeder starrte dieses Wunder mit Erstaunen an, und das Murmeln unzählbarer Stimmen ward gleich einem herannahenden Donnerwetter immer lauter. Carazarr winkte mit der Hand. Eine allgemeine Aufmerksamkeit unterbrach plötzlich den lärmenden Tumult. Jedermann brannte vor Neugierde, und Carazarr befriedigte sie mit diesen Worten :
„ Ewige Ehre sey dem, der die Berge anrührt, daß sie rauchen, dem i, Allmächtigen und Barmherzigsten ! Er hat den Schlaf verordnet uns ,, zu unterrichten, und seine Gesichte haben mich in dieser Nacht bestraft. „ Ich saß ganz allem in meinem Gemach. Vor mir brannte meine Lam- „ pe. Ich überrechnete die Producte meiner Handlung. Ich siel in der „ entzückenden Freude über den Anwachs meines Reichthums in einen tie- ii fen Schlaf, und die Hand desjenigen; der in dem dritten Himmel woh- „ net, war über mir.
' ’ ‘ Eure


