und Nachrichten. x47
^ glaube gewis, daß es nicht allein von sehr vielen Mannspersonen, son- „ dern auch von einer grosen Menge Frauenzimmer mit Vergnügen mag ,, gelesen werden. Dieselben haben manchmal sehr gute Gedanken darin- „ nen, und es scheint, als wenn Diestlben keine so gottlosen Leute wa- „ ren, wie die WochenblätterSchreiber meistentheils sind, die sich immer ff über die Leute aufhalten, welche die Mode nicht mitmachen. Mich an- „ belangend, muß gestehen, daß ein sehr groses Vertrauen auf Dresel- „ ben gesetzt habe. Dannenhero auch keinen Zweifel hege, Dieselben „ werden meinem petito nicht zuwider seyn, sondern vielmehr alles con- „ tribuiren, wodurch meine Wünsche mögen contentiret werden. Diesel-
bett geruhen demnach, besonders Derosclben Leserinnen bekannt zuma- „ chen, was masen ein Junggeselle von so Jahren bin, der noch nie so „ starke Triebe zum ehelichen Stande verspürt hat, als seit einiger Zeit, „ und der nicht mehr umhin kann, sich mit nächstem zu verheyrathen. v Habe mich zwar schon in verschiedenen öffentlichen Blattern anbieten las- ff sen, aber vergebens. Wills demnach noch einmal in ihren g-meimn'rtzi- „ gen Anzeigen versuchen, vielleicht bin da glücklicher. Damit aber alle „ refpeftive ledige Frauenspersonen, die allenfalls nicht abgeneigt waren, „ mich zu heyrathen, eine genauere Nachricht von meinen innerlichen und ff auserlichen Umstanden haben möchten, so will nur mit wenigen melden, „ daß zwar eine kleine hagere Person bin mit grauen Haaren, wenigen „ Zähnen im Munde und vielen Runzeln im Gesichte, einem sehr kleinen „ Kinn und einer desto gröseren Nase, mit kleinen tief im Kopf liegenden tf gclblichten Augen und einer mehr als gewöhnlich erhabnen Stirn; daß ff nichts desto weniger aber auch bald möglichst eine bessere Bedienung zu tf erhalten hoffe, und mein eignes Vermögen samt den Einkünften meines ff jetzigen Amtes sich jährlich schon auf aoo Gulden belaufen, so und derge- tf stalten, daß mit meiner zukünftigen lieben Hausfrau recht wohl zu leben „ gedenke. Denn obgleich gerne etwas gutes esse, so kann doch auch mit „ geringer Kost vorlieb nehmen. Wenn nur täglich Brey und die Woche „ vier bis fünfmal Cartoffeln habe, bin schon zufrieden. Das Fleisch kann ft allenfalß entbehren. Caffee, Thee und Wein astimire auch nicht viel; tf aber Brandwein ist mein liebstes Getränke. Irr Kleidung bin sehr fpar- „ sam, halte auch manchmal nur einen Rock, und die übrige Röcke versetze „ so lange den Juden, bis sie nöthig habe. Die ganze Gegend, in wel- „ eher lebe, kennt schon meine hu mein-, so daß man mirs nicht mehr übel „ nimmt, wenn in den größten Gesellschaften Rock und Camisol ausziehe.
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