-54 Giesische wöchentlich -gemeittttStzigeAttzetzerr
Aber daß wir Ihre Ihnen eigene Tugenden verschwiegen haben, das wurde freylrch em wenig strafbar seyn , wenn sie uns bekannt gewesen wären und wenn wrr gerade damals von Tugenden und nicht von Fehlern bät- ttn reden Zotten Wir haben sie also nicht aus Dosheit ^erMegen wie sich Euer HochEdelgcb. ausz-rdrucken belieben. Nein! das würde em unverzeihliches Verbrechen gewesen seyn, wenn wir Sie, der Sie sich so viel auf jbre Tugenden einbilden, nicht ganz von allen Fehlern freu gesprochen hattem Sie müssen der aller - vortrefiichste Mensch unter der Sonne seyn. So kerne edle Denkungsart, so keine Bescheidenheit und ' Aostichkert, so keine Kenntnis seiner selbst, so keine Einsicht in die gelehrte H^ori^ haben wir noch bey keinem Sterblichen angetroffen. Sehen Sie, Herr Aphthoman, daß wir Sie auch loben können. Dieses Lob verdie- nen Sre schon, wegen der schönen Warnung, die Sie uns zugeschickt ha-
Welches Lob musftn Sie erst wegen Ihrer übrigen vortreflichen Ei- gen,cha,ten verdienen.<) daß wir Sie nicht von Person kennen! Sie haben uns durch dre Nachricht von Ihren Ihnen eigenen Tugenden ganz furchtsam gemacht. Wir getrauen uns von nurr an keinen Menschen mehr rn unfern Blattern als tugendhaft zu preisen; denn wir müssen befurchten, daß Sie alsdann alle Tugenden allein auf sich ziehen, und dem- jenigen keine einige übrig lassen, welchen wir uns zu erheben vorgenom- men haben. -0 Sie haben uns in eine grose Verlegenheit deswegen ge-
, Herr Aphthoman! , Aber ihre zugestandenen Fehler - diese werden Sie doch abzulmen die Gütigkeit haben? Ach ja, das thun Sie doch,Herr Aphthoman. Denn dies war die einzige Ursache, warum wir sie bekannt genracht haben. Wir versprechen Ihnen für diese Gefälligkeit gerne, das
. Verzeichnis ihrer Tugenden unfern Blättern emzuverlcrben/^wenn Sie uns würdigen, uns dasselbe zuzuschicken. Es muß aber, merken Sie es wohl, nicht -n Form eines Briefs abgefaßt seyn. Schicken Sie es so, wre Sie es gegenwärtig schon fertig haben. '
Weiterhin heißt es: „wenn doch diese junge Herrn sich um sich „ bekümmerten „ rc. J , y u,u ,,Uy
O theuerster Herr Aphthonian, das geschieht täglich. Niemand kann sicy sorgfältiger um sich selbst bekümmern, als wir es thun, und wir wollen uns, wenn es möglich ist, immer noch mehr um uns bekümmern, wenn dieses nur der Weg ist, Sie zufrieden zu stellen und Ihre verlohrne Gewogenheit wieder zu erlangen - Aber mein! Wer sagt Ihnem daß wrr irmge Herrn schm? Wie nun? Wenn wir schon bey Jahren ' £ ' wären.


