3§8 Gr'esische wöchentlich-rgemekttttützige Anzeigen
doch wenigstens nicht für der Verachtung anderer Officiere. Wer hat wohl m Wem Fall mehr zu verantworten, der -Officier, der sich duettüt, oder der Fürst, der es haben will? ' 1 '
.... ^fordert es, daß ich mich mit dem andern duel-
?u &ctm, wonnn he wahre Ehre eigentlich besteht? Darinn C .^^^stens nicht, daß du wider göttliche und menschliche Gesetze ™' p* E dem Leben gering genug achtest, um es in einem Duelle zu verlieren. Und warum erfordert es dann deine Ehre? Wodurch hat dich dann der andre beleidigt? Vielleicht durch ein einziges Wort, wovon weder du, noch irgend remand die Bedeutung weis? -O schäme dich, daß du es wagen willst, um einer solchen Kleinigkeit willen entweder dich oder den an- dern ungluc ch zu machen. Du bildest dir nur ein, deine Ehre verlohren zu biibem Und ist dann e?n Duell das Mittel, deine Ehre wieder zu er- /ugcri her ^33e(t. Aber, auch in den Augen Got- ™ k ‘v??? Richter denkst Du nicht.- Es wäre nicht nöthig, daß du ^bchert wcsteft, daß er nicht an dich dächte.
-:paJ^u un<$fßrS^ ^'ben wirst, wenn du die Ehre bey der WUt den weit höheren Pflichten gegen denjenigen vorziehest, der Erde gemacht hat? Wenn du dieses glaubst, so wäre es besser sur dich, daß du nie wärest gebohren worden.
r wie vorüberrauschend, wie nichtsbedeutend ist die Ehre, die wir auf dieser Welt erlangen. Sie gleicht meistentheils einer Canone, deren Getöse man nur noch einige Minuten nach ihrer Abfeurung höret, oder einer Seifenblase, dre schon verschwindet, wenn man sie kaum gesehen hat.
_ Die wahre Ehte besteht darin, daß man nach den Grundsätzen lebt, die in der zukünftigen Welt gelten. Nach diesen Grundsätzen müssen alle Beleidigungen bcurtheilet werden, die uns andere zufügen. Nach diesen Grundsätzen, und nicht nach den Vorurrheilen unsrer gegenwärtigen Welt, wird uns auch der Allwissende richten. Es wäre gut, wenn.man sich die- ses Gericht nicht zu menschlich und irrdisch vorstellte. Es ist das Gericht eines allwissenden und allmächtigen Richters. v
die Duelle zu vermeiden ist, wenn man mit Leu- fidt Von ma.n be nicht zu befürchten hat, und wenn man sich gegen jedermann so betragt, wie man wünscht, daß sich ledermann gegen uns betragen möge. Aber was soll ich dann thun, wenn mich ein an- dm


