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genug/ wann Sie Ruhe/ Zufriedenheit/ Ehre/Gesundheit und Vergnü­gen besitzen? Vergnügen? Itzt fällt es uns bey, geliebte holde Schönen, . Sie suchen ihr Vergnügen nicht gern in der Einsamkeit; Sie lieben eine

gewisse gesellschafftliche Freude. Und diese sollen wir Ihnen noch insbeson­dere wünschen? -O von ganzem Herzen! Wir haben in einer alten Prophe­zeiung gelesen, dass in diesem i^zsten Jahr die ehelichen Verbindungen sehr zahlreich seyn sollen. Alle Schönen, die über das zwanzigste Jahr hin­aus sind, sollen noch vor dem December an die artigste und munterste Jüng­linge verheurathet seyn/ wann sie viele Proben ihrer Tugend/ Klugheit und Menschenliebe ablegen werden. Möchten doch alle unsre Leserinnen unter diesen Schönen seyn, welche die Prophezeiung versteht! Eilen Sie nur, daß Sie zwanzig Jahre alt werden: so werden ihre Wünsche gewiß in diesem Jahre erfüllt. Aber nein! nachher Weissagung muß man noch mehr, als zwanzigjährig, man muß auch tugendhaft und klug seyn. O lernen Sie hurtig diese Künste.'^Hören Sie auf, Ihren Morgen vor dem Nachttische zu verderben. Sinnen Sie nicht mehr des Mittags neuen Anzügen und schimmernden Moden nach. Tadeln Sie nicht mehr Ihre Mitschwestern, die ihren Putz nicht kunstmäsig genug anzulegen wissen. Rechnen Sie den Mangel der Schönheit nicht mehr unter die Verbrechen Ihres Geschlechtes! die Weissagung hat dißmal die äuserlichen Reizungen , nicht zur Bedingung gemacht, sondern nur die innere, die moralische Schön­heit des Herzens. Erwerben Sie sich diese Vorzüge, oder, wann sie Ih­nen nicht anstehen sollten: so halten Sie sich nicht an uns, wann die Pro­phezeiung an Ihnen nicht erfüllt werden sollte.

Vielleicht ist mancher unter unfern Lesern, der nach Gütern trachtet, die wir ihm nicht gewünscht haben. Das kan seyn! Vielleicht sind es ein­gebildete Güter, die wir für Uibel halten. Vielleicht sind es auch wahre Vortheile. Jene können wir ihm nicht wünschen, ohne boshaft zu seyn. Diese sind aber gewiß unter den Gütern begriffen, die wir nur mit allge­meinen Namen genennet haben.

Uiberhaupt müssen wrr unfern Lesern sagen, was uns eine lange Er­fahrung gelehrt hat, daß man gar nicht durch fremde Wünsche glücklich wird. Alle menschliche Seeligkeit hängt von der treuen Erfüllung unsrer Pflichten ab. Den Lafterhaften wird kein Seegen krönen, wenngleich Millionen ihre Wünsche für ihn verschwenden. Der Tugendhafte allein macht sich durch seine Tugend glücklich, und erwirbt sich auch ohne alle Wünsche den reichsten Seegen durch feine edlen und grosmüchigen Thaten.

A r Seine