Ausgabe 
31.5.1774
 
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brauchen, mann spannet sie an die Staatswagen, die einigen so kn dem Vaterland des Kameels zu finden sind. Man hat nicht nöthig es zu strie­geln, man darf es nur mit einem kleinen Stock sanft schlagen, so fallt der Staub, der ihm auf dem Leib liegt, von selbsten ab. Man trocknet den Mist dieses Thieres und zündet ihn mit Bmwglässern an , um die Lebensmittel so man mit sich führet, in den Wüsten zu kochen. Seine Nahrung bestehet in Heu, Stroh, Gerste, und Hader. Es kann täg­lich fünf und zwanzig bis dreisig Pfund fressen.

Man wird selten an einem Araber Flechten , die Kraze oder einen Aussatz bemerken, man glaubt, daß die Kameelmilch, die einen Theilihrer Nahrung ausmachet, selbige vor diesen und vielen andern Krankheiten be­wahre. Sie ist Harntreibend und reiniget zugleich das Geblüt.

In America ist dieses Thier nicht zu finden , man müsie denn den Lama) und den Pacos, welches Arten von grossen Peruanischen Schaafen sind, die dem Kameel ein wenig gleichen, für kleine Kameele halten.

VTitdi) riebt vorr den Wallfahrten der Mahomedaner.

Weil Mahsmet in Mecca gcbohren worden, und die Lraabeoder der heilige Tempel daselbst ist, so haben die Türken für diese Stadt eine so fromme Ehrfurcht, das niemanden, außer den Mahometanern erlaubt ist, dieses heilige Land in einen Bezirk von einigen Tagereisen um diese Stad.t zu betreten; und wenn ein Christ oder anderer Religionsverwand­ter daselbst angetroffen und entdeckt wird, so verbrennen sie ihn ohne alle Gnade. Es ist eine Hauptpflicht der mahometanischen Religion, nach die­ser heiligen Stadt eine Wallfahrt zu thun.

Mecca ist eine alte Stadt, die in einer gebirgigten Gegend liegt, und ganz von Steinen erbaut ist. Mitten in derselben stehet ein viereckig- tes Gebäude, von außen mit einer Mauer umgeben. Dieses ist die Araabe. Man findet einen Brunnen darin, der ein ziemlich gutes Wasser hat, in Vergleichung der andern Wasser zu Mecca, die wegen ihrer Bitterkeit nicht zu trinken sind. Rechter Hand lieget inwendig an der Thüre ein di-

V r ehr

*) Herr von Bomar nennet dieses Thier Glama.