Ausgabe 
29.11.1774
 
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Wochenblatt

mörtol4rfe/ dle er mir wacht, beunruhigen? Und sollte diese Unruhenicht verniöamd seyn mid'uun Nachv-nk-n ju tn»ecfen? Sollt- nur dwNad l>-nk-/nicdl das Leere und ©tle in Denen Ergützlicdkeuen , die mich biWr t>erblindet haben, entdecken? Sollte mich ein sottgescztts Rachc-nken nicht auf döbere beMckende Güther führen? Sollte mi» nicht der Gwnz dieser Gükher, die Ruhe des Gemüths, die mit dem Besitz v«'-'»«» ««dunvm jsi, nachdrücküch erwecken, nach denselben zu trauten, .

hisheriaen Sklaverei in eine edlere Freiheit ver,ezet zu wer-cn . S5ia d)

i Umttthan muß ch als ein Untergebener Denen Gesetzen meines M°. E»en . oder denen Verordnungen des Staates, m welchem >» lebe, gebMCben, einen Theil meines Vermögens, die Eam erworbene Frucht

/ mv in gewißen fällen, mein £eben selbst, W 9 meinen Besten der'grosen Gesellschaft, zu der ich gehöre, dahin geben. Manchen erlaubten Vergnügungen entsagen, mich mir einem nos^ursti- aen Unterhalt au Verlängerung meines Lebens begnügen und nut kummer JoUensehen; so sehnt sich zwar öfters wem nack fineni günstigem Schicksal - Äüein bald faste ich mich wieder. Bei meinem reifer« Nachsinnen verschwindet mein Unmuth und Kummer, ^in SeThX ficb auf. Ich sehe daß sinnliche Ergötzstchketten die Gu- ther nicht sind, die meine Sehnsucht befriedigen , und die -^^meuies Geistes befördern. Ich! sehe mich um nach höher« iunü edlem M.lhe n, unö üiefe entdeckt mir meine eigne Empfindung ohne tiefjinnigeUnteifuclmn- aen Ich sühle daß dem Beifall eines guten Gewissens, der- aus demBe- wusttsevn, nach den besten Einsichten meines Verstandes redlich und auf­richtig gehandelt zu haben, entstehet, eine beruhigmde Zufriedenheit über m?in Herz ausbreitet Ich fasse den Entschluß,nach einem solchen Be ­fall zu streben; und je eifriger ich das thue, zu einem desto HA»» Grad der Dreiheit erhebe ich mich Hierin können mich die strengste Gesetze des un- ^ngeschranktesten Selbstbeherschers nicht hindern, und wenn sie michi hin­derten, so würden mir selbst die Leiden, die ick darüber erdulde, «ne Quel­le des reinsten Vergnügens gewahren, eines Vergnügens , das Mit Muty und Eifer erfüllet, die einmal betretene Bahn niemals wieder zu verlassen Die wahre Freiheit ist also kein erdichtetes Guth.

Und warum seufzet gleichwohl der gröste Theil unserer Brüder so ver- aeblich nach ihr? Warum kommen die sehnlichen Wunsche so vieler Sterb­lichen nicht in die Erfüllung? Die ^uld hievon ist in ihrem ^nenVe^