Wöckhettblatk.
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nicht zu frieden daß er sie vor denen in der Welt im Schwange g-chendey Laster wärmt: er bemühet sich auch so viel möglich zu verhüten daß Sie gar nicht mit der Welk sich verwickeln sollen. Deswegen darf keiner von denen die unter feiner Aufsicht sind, sich unterstehen bei öffentlichen Gastma- len zu erscheinen; oder die Oerter zu besuchen darin sich artige Per!vnen verfamm.len und mit einander vergnügen. Er glaubt daß selbst die Lust in solchen Oertern giftig und ansteckend sey. Die jungen Leute beklagen sich daß man sie so hart hält, und ihnen die Freiheit untersagt, die man andern von ihrem Älter und Stande ohne Gewiffensscrupel vergönnet. Sie stellen sich in ihrer Einschränkung jene untersagte Ergötzlichkeiten weit entzückender vor als sie in der Thar sind, und ihr Verlangen nach demselben wird nur desto mehr entzündet, jemehr man sie davon zurück halt. Würde man Ihnen hingegen erlauben dieselben zu kosten ; so würden sie bald überführet werden daß solche falsch und nichtig , und gar nicht im Stande die wahre und beständige Ruhe der Seelen zu verschaffen. Merket dieses Sebastius und überlegt einmal was ihr thut I Sind eure Kinder weise und tugendhaft; so werden sie von selbst solche eitle Ergötzlichkeiten verachten: sind sie es aber nicht so wird alle eure Strenge und Einschränkung vergeblich fein; und ihr werdet es nie dahin bringen daß sie sich nicht darnach sehnen solten. Fraget euch einmal selbst: ob nicht Die Mittel die ihr euch erwählt und die ihr anwendet eine ganz andre Würkung hervorbrin- gen müssen, als ihr sucht und wünscht? Ihr wollet jungen Gemüthern eine Liebe zur Religion einfiüssen: wie werdet ihr diesen Zweck erhalten, wenn ihr Sie zwinget sich die Religion als einen Zustand der ärgesten Quaal und Marter vorzustellen? In was für einer unangenehmen und heSlichen Gestalt wird ihnen nicht die Frömmigkeit erscheinen, wenn Sie sich ein, bilden, daß dieselbe der Menschen aller Freiheit beraube, und alles untersage was sie für angenehm halten.
Julia ist sehr gesetzlich regelmäßig in ihrer Aufführung, und beur- theilek daher das Bezeigen andrer mit der ausersien Scharfe. (Sie spricht jederzeit von den Unvollkommenheiten und Fehltritten ihrer Nachbarinnen: Sü' machet keinen Unterscheid zwischen Umständen und Gemüthsarten, sondern tadelt alle die nicht nach ihren Regeln wandeln, und sich nicht nach ihren Geschmack richten. Julia wird ohne Zweifel ihr Tadeln und Herdurchziehen mit einem geliudern Namen zu bemänteln wissen, und vielleicht für einen gottseligen Eifer halten- allein die gottlose Welt wird äusser Streit
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