Einzelbild herunterladen

ioo XX)6d>tnblatt.

daß wir nie zur Würklichkeir gekommen wären: wer wird denn vertan« gen ein Christ zu seyn?

Maerorm ist eine Frau von großer Frömmigkeit: aber Sie ist ein wenig gar zu scharf und strenge. Sie predigt allen die um ihr sind stets etwas aus der Sikkentehre vor: und hält keine Unterredung für unschuldig wo sie nicht auf so ernsthafte Dinge gerichtet ist. Marrcma hat ein sol­ches Misfallen an allen weltlichen Gesprächen und unanstößigen Possen; daß Sie sich auch über den allerunschuldigsten Scherz ärgert und heftig er­zürnet. Wenn Die übrigen von der Gesellschaft anfangen munter und auf- geraumt zu werden, jo nimt Maersna noch ernsthaftere Geberden an als vorhin. Marrona treibt die Pflicht andre zu bestrafen so hoch, daß Sie weder Ort, noch Zeit noch Personen bei der Ausübung derselben unter­scheidet. Bemerkt Sie nur einen kleinen Fehler in der Aufführung der ei­nen Ausdruck Der etwas frei klinget; so werdet ihr alsobalo einen scharfen Verweis von ihr erhalten und eine lange Reihe Sikkeniehren und heilsamer Ermahnungen hören muffen. Und doch könte Matrona, wenn Sie nur ein wenig nachsinnen wolle, leicht erkennen daß die wenigsten Menschen eine öffentliche Bestraffung vortragen können. Und wozu nutzen solche unzeiti, ge Ermahnungen? Sie schaffen wenig Besserung , erregen Zorn , und reitzen Den Bestraften uw Rache. Matrona hat etwas so unangeneh­mes in ihrem ganzen Wesen , und in ihrem Bezeigen daß ihre Frömmig­keit von vielen für eine natürliche Schwermuth ; und von andern für eine erzwungene Ernsthaftigkeit gehalten wird. Sie gereicht also Der Kdiction zur schlechten Ehre: und sollen wir Dieselbe nach iTUttona Aufführung beurteilen; so wüsten wir sagen daß sie ein übel geartetes und kraftloses Ding sey. mntroiin redet so viel von ihrem Esser für Die Frömmigkeit und für das wahre Christenthum daß es fast nicht erlaubt ist an ihrer Aufrichtigkeit zu zweifeln: und dennoch bezeiget sie sich so als wenn Sie Die gröste Feindin Der Gottselichkeit wäre; Denn sie flößet in Der That Den Menschen einen Wiederwillen gegen dieselbe ein.

Gebastms besitzet viele preiswürdige Eigenschaften, und würde fei­ner Religion zur wahren Zierde gereichen; wenn er er nur etwas von fritier gar zu großen Strenge nachlassen wolte. Sebastius hat viele Kinder: und er ist so begierig dieselben fromm und tugendhaft zu erziehen , daß er Staubt er könne nie strenge genug in Diesem Stücke sein. Sebastms ist nicht