14 Wochenblatt.
kann; ich werde euch nicht eher verlassen , als bis ich mir die würdigste Tochter erworben habe.
Fabio erholete sich. Er suchte die freundschaftlichsten Ausdrückungen, dem Örfilio zu dancken, und versichert ihn, daß er seine Tochter keinem williger übergäbe, als dem Antonio. Eure Erklärung , versetzte Örsillo, erwecket mir ein wahres Vergnügen, und damit dass we vollkommen wer de, so lasset uns gleich die Meinung der Angelina vernehmen.
Angelina erschien, und Orsillo wiederholete nunmehro bet) ihr selbst sein Anbringen. Mein Sohn, sagte er, hat mir die Neigung entdecket, die er zu euch trägt: ich billige dieselbe, und wünsche, haß ihr euch nach seinem Verlangen erkläret. Eure Tugend, die Standhaftigkeit, mit der ihr bisher euer Unglück ertragen; und die Vorsorge, welche ihr eurem Vater erwiesen, sind mir unverborgen, und ich freue mich , daß ich die» selben einigermaßen belohnen kann. Kommet in mein Haus, schöne Angelina, werdet meine Tochter, undseyd versichert, daß ich von nun an ruer Vater seyn will.
Eine reizende Schamröte färbte das schöne Angesicht der Angelina. Sie schlug ihre Augen nieder, welche unter dreier Anrede schon von Tbrä- nen angefullet waren, und schwieg eine Zeirlang stille. Als ihr aber ihr Vater gebot, zu antworten, so lut? sie sich mit einer Bescheidenheit verr nehmen, die den Orsillo noch mehr gewann, daß sie keinen andern Willen hätte, alö dem Befehle ihres Vaters zu gehorchen.
Ich bin mit euch zufrieden, erkkärete sich Orsillo, und da euer Vater mit meiner Absicht übereinstimmet, so darf ich glauben , daß ihr der, selben ungezwungen beytretet. Liese Unterredung ward immer zärtlicher, und Fabw versprach dem Antonio seine Tochter. Orsillo umarmte sie beyde, und bath sie denselben Abend bei) sich zum Essen, weil Fa.bio von seiner gewöhnlichen Krankheit so viel Ruhe hatte, daß er diese kleine Veränderung vornehmen konnte.
Sie erschienen, und Antonio ward von einer unbeschreiblichen Freude einaenommen, aiS er diese beyden Personen so unvermutet in feinem Hause erblickte. Ihre Gegenwart ließ ihn bey seinem Wunsche nichts w'- driges schlieW. er erwartete nur mit einer merklichen Ungeduld den Ausgang.
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