Ausgabe 
8.11.1774
 
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Zf6 wschenblare.

Con-fu-tze, dieser vortreßich-Kopf, schien vom Himmel dazube- stimmt zu seyn, vem Unwesen, bas seit vielen Jahren sowohl m der Reli­gion, als im Staat gewütet hatte, zu steuern. Damals war die Abgöt- kerey in. China aufs höchste gestiegen, und machte, so zu sagen, ihre Re­ligion aus. Con - fu - tze zeigte mit der gröffesten Bescheidenheit die Abge­schmacktheit dieser vermeinten Religion. Es war ihm nicht sowohl um das Aeuserliche der Religion, sondern hauptsächlich um die wahre Besse­rung der Herzen seiner Landesleute zu tbun. Er wandte unglaubliche Mü­he an, die schädlichen Vorurtheile der Nation zu benehmen, und ihr statt jener gesunde Begriffe beyzubringen. Hiervon legen seine Schriften das beste Zeugniß an. Er verstand die Kunst seine Vorschriften auf eine leich­te, edle und simple Methode den Leuten vorzutragen, und die Tugend von der liebenswürdigsten Seite vorzustellen Er ließ sich in der Philosophie nicht in spekulative Untersuchungen (wodurch das Volk hätte können ver­wirrt werden) ein; sondern er redete darinn von dem Urheber aller Schick­sale und Begebenheiten mit derjenigen Ehrerbietigkeit, die ihm zukommt:

Die zweyte Hauptsekte ist die des So oder Foe. Die Entstehung dieser Sekte ist folgende: Dem Kaiser meng > ti kamen im Traume die Lieblingsworke des Con«fu - tze: Der Heilige soll im Occrdenr gefun­den werden, vor Wie er aufwacht; so giebt er gleich Befehl einige Botschafter auszuschicken und diesen Heiligen zu suchen, oder ausführliche Nachrichten von ihm und feiner Religion mitzubringen. Diesen Botschaf­tern aber dauerte die Zeit ihrer Wanderschaft etwas lange, und sie gingen nicht weiter bis nach Indien. Hier fanden sie die Anbeter des Götzen Zoe), und brachten sie samt ihrem ganzen Religionssystem mit. Der

Kaiser

*) Ich will hier in der Kürze einige Umstünde von diesem Foe anführen. Sei» Vater soll König von Ite-säng-wau in Indien gewesen seyn. Seine Mutter soll ihr, auf eine seltsame Art gebohren haben. Ihr trdumfe nem- lich sie hatte einen Elephanten verschlungen, und sie wäre von diesemThie, re geschwängert worden. Wie sie niedergekommen, so habe sie dieß Unge, Heuer zur Welt gebracht. Gleich bey seiner Geburt .soll er folgende Worte gesprochen haben: Es ist niemand, weder im noch auf Erden, der würdiger wäre angebetet zu werden , als ich allein. In feinem fiebenzehnken Jahre heyrathete er drey Weiber und zeugt^eineu Sohu,