Zf6 wschenblare.
Con-fu-tze, dieser vortreßich-Kopf, schien vom Himmel dazube- stimmt zu seyn, vem Unwesen, bas seit vielen Jahren sowohl m der Religion, als im Staat gewütet hatte, zu steuern. Damals war die Abgöt- kerey in. China aufs höchste gestiegen, und machte, so zu sagen, ihre Religion aus. Con - fu - tze zeigte mit der gröffesten Bescheidenheit die Abgeschmacktheit dieser vermeinten Religion. Es war ihm nicht sowohl um das Aeuserliche der Religion, sondern hauptsächlich um die wahre Besserung der Herzen seiner Landesleute zu tbun. Er wandte unglaubliche Mühe an, die schädlichen Vorurtheile der Nation zu benehmen, und ihr statt jener gesunde Begriffe beyzubringen. Hiervon legen seine Schriften das beste Zeugniß an. Er verstand die Kunst seine Vorschriften auf eine leichte, edle und simple Methode den Leuten vorzutragen, und die Tugend von der liebenswürdigsten Seite vorzustellen — Er ließ sich in der Philosophie nicht in spekulative Untersuchungen (wodurch das Volk hätte können verwirrt werden) ein; sondern er redete darinn von dem Urheber aller Schicksale und Begebenheiten mit derjenigen Ehrerbietigkeit, die ihm zukommt:
Die zweyte Hauptsekte ist die des So oder Foe. Die Entstehung dieser Sekte ist folgende: Dem Kaiser meng > ti kamen im Traume die Lieblingsworke des Con«fu - tze: Der Heilige soll im Occrdenr gefunden werden, vor Wie er aufwacht; so giebt er gleich Befehl einige Botschafter auszuschicken und diesen Heiligen zu suchen, oder ausführliche Nachrichten von ihm und feiner Religion mitzubringen. Diesen Botschaftern aber dauerte die Zeit ihrer Wanderschaft etwas lange, und sie gingen nicht weiter bis nach Indien. Hier fanden sie die Anbeter des Götzen Zoe ♦), und brachten sie samt ihrem ganzen Religionssystem mit. Der
Kaiser
*) Ich will hier in der Kürze einige Umstünde von diesem Foe anführen. Sei» Vater soll König von Ite-säng-wau in Indien gewesen seyn. Seine Mutter soll ihr, auf eine seltsame Art gebohren haben. Ihr trdumfe nem- lich sie hatte einen Elephanten verschlungen, und sie wäre von diesemThie, re geschwängert worden. Wie sie niedergekommen, so habe sie dieß Unge, Heuer zur Welt gebracht. Gleich bey seiner Geburt .soll er folgende Worte gesprochen haben: Es ist niemand, weder im noch auf Erden, der würdiger wäre angebetet zu werden , als ich allein. In feinem fiebenzehnken Jahre heyrathete er drey Weiber und zeugt^eineu Sohu,


