Wochenblatt W
me Alte fragte ihn mit der heiteren Freundlichkeit, die seinen Umgang so' angenehm macht, ob er sich fürchtete? und, als jener eS bejahte, ob er sich für Golt oder den Lufterscheinungen fürchtete? Ernstes bat nur mit eine? Zerstreuung um Erlaubniß bey ihm zu bleiben , und mein Freund sagte darauf, er hielte es für eine Ehre die er sich wünsche, aber lange noch nicht verdiene, daß man ihn durch dies Vertrauen stillschweigend für einen Freund des höchsten Wesens erkläre, dem die Elemente zu Gebothe stehen-» er ricthe aber allen und jeden als ein viel sicherer Mittel, die Freundschaft des Allmächtigen für seine Perlon selber zu suchen, und in derselben Besitz gutes Muthes zu seyn. Der VTaturtunbiger merkte darauf an, daß eigentlich zu reden, der Blitz und Donner den wir schon sehen und hören nicht mehr zu fürchten sey, daß das gegenwärtige Gewitter noch ziemlich wert entfernet sey, weil zwischen dem Blitze und Schlage noch eine merkliche Zeit verstreiche, u. d.m. Er fieng an diese Urtheile aus der verschiedenen Geschwindigkeit des Lichtes und des Schalles zu erklären , als ein erschrecklicher Schlag etwa zwanzig Schritt weit von uns einen Cichen- siamm traf, denselben in lichte Flammen setzte, und die ganze Gegend umher mit Rauch und Schwefeldampf anfüllte. Ich erhohlte miet) von der?, allgemeinen Bestürtzung bald genug, um das Betragen der Umstehenden' zu'bemerken, da mich denn der freudige Muth des Gottesgelehreett/ die getroste Neugier des rUturforfdxve , der schon mit seinem Glase nach der Brandstelle sah, die demülhige Gelassenheit deS Herrn RedKchs, und die kühne Unerschrockenheit des alten polemons so sehr vergnügte," als mich die trostlose Unentschlossenheit des Ernstes zum Mitleid bewegte,, denn er war einige Schritt weit zurückgesprungen, und sähe nicht nur alS. ein Erschrockener, sondern auch alS ein Missethäter aus. Wir gelangten ohne weitere Gefahr nach Hause, und geriethen äusser dea obigen Betrach-, tungen , die wir auf den gegenwärtigen Fall zogen , in die ernsthafte Un-. tersuchung, welches die sichersten und zuve-rläßigsten Grundsätze in allen Gefahren des Lebens seyn, und also die reinesten Quellen der Zufriedenheit und deS gesetzten WesenS abgäben? Ich lasse der Vernunft, der Welt- weißheit, und sonderlich den praetischen Theilen derselben ihr Recht wiederfahren, sagte der Geistliche. Wenn man sich deutliche und erwiesene Grundsätze von der Natur der Dinge und der Welt überhaupt, von Den Eigenschaften, Kräften und Würkungen der Körper und einfachen Wesen, von den Erscheinungen die uns schrecken oder erfreuen, von dem wahren Wcrthe der Dmge.in Absicht auf unsere Begierden, von unseren Pflich-
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