Einzelbild herunterladen

388 Wochenblatt.

ten, sonderlich aber von der Natur des höchsten Wesens imb seinen Ver­hältnissen gegen die Geschöpfe eingedruckt hat, wenn man es durch eine sorgfältige Hebung gewohnt worden, diesen Grundsätzen in den Vorfallen- heiten deS Ledens zu folgen, so hat man Waffen gegen das Glück und den Zufall. Man ist im Stande die Gelegenheit mit Entschlossenheit zu ergrerffen, die Verwirrungen der Begebenheiten aufzuklären, tausend Schreckbilder des Pöbels zu zerstören, und dem Unglück der Gefahr und dem Zufalle die fürchterliche Maske abzuziehen: Weil indessen doch der Hauptgrund aller unserer Zufriedenheit und unlers gesetzten Muthes indem Genüsse und der Empfindung der Freundschaft und Hülffe' unseres höchsten Urhebers und Oberherrn beruhen muß, hierzu aber die Religion allein zu­längliche Kenntniß und Mittel giebt, so erhellet hieraus der Emfluß deS Glaubens in die Ruhe und gesetzte Zufriedenheit des Lebens vorzüglich. Man kann also kurtz sagen, Wer seinen Verstand ausgebeffert, die Welt kennen gelernt, und seine Sachen mit Gott in Richtigkeit gebracht hat, der wird, wenn ihm auch die natürliche Stätigkeit und Härte des Geistes fehlen sollte, die bey vielen die Stelle des Nachdenkens vertritt, dennoch eine zulängliche Rüstung gegen alle Vorfallenhuten baden Ich bemerkte daß polenron diesen Gedancken einen gantz besonderen Beyfall gab. So viel Gegenden und Völker er gesehen, und in so vielen Gefahren er sich auch befunden hat, so wenig und mit so vieler Bescheidenheit spricht er gleichwohl, sonderlich wenn es allgemeine Betrachtungen betrift. Ich sagte daher um ihn ins Gespräch zu ziehen , die Richtigkeit dieser Maxi­men müßte sich vermuthlich am besten vor dem Feinde auf die Probe stel­len lassen, ^ch für mein Tdeil, versetzte er, habe wenigstens nie eher ge­glaubt den Rücken frey zu haben , bis ich überzeugt war, daß ich von Gottesseiten nichts mehr zu befürchten hatte. Er fügte hinzu daß freylich der große Haussen diese Gedancken vielleicht so wenig a!S irgend einige an­dere habe; eben deswegen aber sey er auch nur zum blinden Gehorsam und zum Ankauffe gebohren. Sein Muth beruhe nur auf der Ueberredung ynb Gesellschaft, und sey selten aus etwas edlem als aus Dummheit und Ungestüm zusammengesetzt. Alle große Leute hingegen Die er gekannt, hät­ten die Grundsätze der Pflicht, der Ehre und Religion nut einander ver­bunden, und Hierauf ihre Unerschrockenheit, und geruhige Gegenwart deS Geistes gegründet. Er führte einige Beyspiele an die er selbst erlebt hatte, und schloß mit der Erzählung von einem sehr großen und frommen KriegS- helden, Der in einer gewissen sehr blutigen Schlacht, vor (einen Augen mit

* . einem