Wochenblatt. 347
d-r das Verdienst nicht nur im Hirtenkleide zu erkennen, sondern es auch auf dem Platze ju schützen wüste, wohin er eS erhoben hakte; denn em solcher Herr war eines solchen Dieners werkh. Aly Beg blieb in Ansehen und stchrer Ruh, so lange sein eigentlicher König lebte. Dieser aber starb endlich unter dem gewöhnlichen Wehklagen des menschlichen Geschlechts, daß aute Fürsten wie andre Menschen sterben müssen. • Ihm folgte Schach Seil daS lebhafteste Wiedersplel seines löblichen Vorgängers, mißtrauisch wie alle kleine Herzen, grausam und ein Verächter des MenschenblU' tes Gleichwohl blieb er lange genug gegen die Verläumdungen, Die man käglich wieder den Al; Beg verbrachte, unbeweglich oder vielleicht nur unachtsam. Nu« «ne gewisse Begebenheit mit einem unschatzbahren Sa- bei, den Schach Abas von dem Türkischen Kaiser geschenkt bekommen hatte, und Den Der König im Schatz vermißte, ob er ihn gleich im V-r« «iainiffe antraf, veränderte die Scene. Schach Seft fieng an DeS Schatzmeisters Treue in Verdacht zu ziehen; und was ist den Verläum- dern erwünschter als die erste ungnädige Mine eines Monarchen zu ergreif« sen, um die Unschuld anzuschwärzen. Aly Leg wurde als ein Betrüger abaemahlt der unzählige viel Wirthshäuser und öffentliche Gebäude erbaut, sein Haus mit unbeschreiblichen Kostbarkeiten angefüllt, den Königlichen Schatz aber beraubt hätte.. Er kam selbst dazu , als man ihm Diesen Liebesdienst beym Könige erwies, wurde aber mit einem zornigen Gesichte zu« rückgeschickt, und befehligt innerhalb vierzehn Tagen Rechnung abzulegen. Dies war der gefährlichste Augenblick in einer Weitgegend , wo nach je« n-s Großvezirs Ausspruch ein Staatsbedienter, so oft er vorn Hofe körnt, Ursach hat in Den Spiegel zu sehen, ob er seinen Kopf noch habe. Aly aber hatte ein gut Gewissen, unD dath Den König fein Amt unD feine Um« ftänDe persöhnlich zu untersuchen. Dis geschah- sogleich Des andern TageS. Der König besichtigte di- Schatzkammer, sand alles in Der schönsten Rich« tiateit, und wurde überführt, daß Schach Abas Den vermißten Säbel batte wegthun, unD Die Edelgestein- zu etwas andern anwenden taffen. Als er sich drauf in des Schatzmeisters Haus begab, fand er alles schlecht unD Einfältig, gemeine Tapeten unD notdürftigen Hausrath, so daß es ihm selbst für einen so hohen Cronbedienken unanständig schien, da die Zimmer der geringem Persischen Herrn von Gold und Silber starrten. Auf dem Rückwege gab ihm ein Hofbedienter aus dem Gefolge einen Winck, daß er Die große verriegelte unD versperrte Bforte an Dem Ende einer Ga- faie bemerken mögt-, Die er vorhin aus der Acht gelassen hatte. Der Kö«
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