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Wochenblatt.,

Freund zum Durchkesen übersendet habe? Und dieses kann der Verfasser, und wird eS thun, sobald es erforderlich ist. Und hiermit werden alle Deuter wohl auf einmahl beschämt und stumm gemacht werden. Cr würde dieser witzigen Leute gelacht haben, wenn er nicht selbst aus sichern Nachrichten wüßte, daß man durch eine verkehrte Auslegung seiner auf keinen Menschen zielenden Satire, verschiedne rechtschaffne Leute noch nach" ihrem Tode zu verunglimpfen suchte

Aber auf wen hat denn der Verfasser vor zweyJahren gezielt, wo er, wie er sagt seinen Aufsatz schon verfertigt hat? Lasset unS besinnen, und allenfals die Kirchenbücher wenigstens in allen Städten , wo das Wo­chenblatt gelesen wird, nachschlagen. Dann werden wir doch wohl je­mand finden, auf den die Grabschrist ganz genau paffen wird. Auch dieses nicht, meine Herrn Deuter. Sie wissen ja nicht, wo ich wohne, denn auch die am Ende beygefügteBuchstaben sind bloß erdichtet, obgleich auch auf diesen schlüpfrigen Grund Muthmasungen gebaut worden sind: wir wollen Sie nur mit einiger Wahrscheinlichkeit rathen - und auf Orte rathen, in denen ich nie gewesen bin, da ich sehr selten hinter meinem Ofen hervorzukommen pflege ? Wenn ich es Ihnen nicht selbst sage, so kom­men Sie in Ewigkeit nicht darauf. Denn so viel Verstand haben Sie doch nicht, daß Sie die allerletzte Zeile meines Aussatzes , die doch den Schlüssel zu allem enthalt, begriffen hatten. Ich sage Ihnen also, daß die Leute die ich gemeynt habe, noch am Leben sind. So? Das ist «och arger. Geschwind, wer mag das seyn ? Niemand als Sie selbst, meine Herrn Ausleger, und der gröste Theil derjenigen , die das Wo­chenblatt gelesen haben, und so gar der gröste Tbeil von Menschen über­haupt. Nun das ist arg, einem solche bittre Wahrheiten ins Angesicht zu sagen? Ja! es ist arg, ich gestehe es: aber warum hatten Sie nicht soviel Verstand, dieses unter der Einkleidung, welche ich der Wahrheit gegeben hatte, und worinnen ich die Sache auf eine subtilere Art gesagt hatte, zu merken, und auf sich selbst anzuwenden ? Ein jeder der dieses ließt, prüfe sich, ob er nicht selbst der Mann ist , der mehr Böses als Gutes thut, und wenn er ja einmal etwas Gutes vornimmt, ob solches nicht aus einer unreinen Quelle, und aus unlautern Absichten geschieht. Ich will Bürge davor seyn, daß unter hundert Personen kaum einer seyn wird, den sein Gewissen von diesem Vorwurf frey sprechen kann. Die­ses ist eine uralte Wahrheit, die in allen pbilosophischen und theologischen Sittenlehren steht, und es sind gantze Bücher über die Falschheit drr menschli-