Wochenblatt:. i$$
habe keine Schwester, die mit Englischen Officiren in dem letzten Krieg bekannt gewesen ist: und wenn ich eine habe, denn dieses mögen die Ausleger erst noch ausfindig zu machen suchen, so hat sie doch in ihrem Leben noch keinen Engelländer gesehen. Ich habe keinen Verwandten in Italien : ich bin auch nicht um eine Grabschrift ersucht worden. Alle diese Umstände sind bloße Erdichtungen , die ohne weitere Vorbereitung lediglich aus meinem Gehirn geflossen sind, und das zwar zu einer Zeit wo ich heftiges Kopfweh hatte, und eine Erleichterung darinnen zu finden hoste, wenn, wie Rabener sagt, einige Unreinigkeiten durch die Finger abgehen könnten. Ich bitte hierbei) meine Leser um Verzeihung: dieses Geständ- niß ist mir so gar rühmlich nicht, auch eben ordentlich nicht höflich: Allem der Wahrheit zu Lrebe konnte ich es nicht hinterhalten. Sollte also die Persön, auf die die Grabschrift geht, nicht auch erdichtet ftyn können, da alles übrige bloße Einfälle sind? Ja! sie ist es würklich. Und ich erklär« also hiermit zum vierten daß man sich bey dem Rachen so mancherley Personen, auf die sich die Grabschrift beziehen soll, gänzlich betrogen habe. Es ist kein Zwessel, daß wo nicht in einem jeden Dorf, doch wenigstens in einem jeden Städtgen, wo dieses Wochenblatt gelesen wird, einigepolitische Kannengiesser ftyn sollten, welche nicht ermangeln werden, diese Grabschrift irgend auf die letzte merckwürdige Person , die ben ihnen verstorben ist, auszudeuten, ob eS gleich gewiß ist, daß der Verfasser nirgendswo bekannt ist, daß also seine Satire unmöglich auf alle die Personen zielen kann, auf die sie gedeutet wird und die er nie gesehen hat, obgleich mancher unbekannter Weise eine ihm vielleicht nützliche Lehre erhalten hat; und endlich daß man durch eine Erdichtung gar wohl Grabschriften macken kann, und dergleichen hin-und wieder in Büchern angetroffen werden, wenn auch gleich kein Mensch mit Tode abgegangen wäre. ES kann durch einen blosen Zufall geschehen, daß gerat) zu der Zeit da dieses Stück eingerückt worden ist, jemand an irgend einem Ort gestorben ist. Aber ist es denn ausgemacht, daß der Verfasser an diesem Ort bekannt ist? Und wre wäre es, wenn jemand die Auslegung auf eine Person, die im Monath April oder May verstorben wäre, machen wollte, und der Verfasser zugleich beweisen könnte, daß er seinen Aufsatz bereits schon an die Herrn Aufseher deö Wochenblats im März eingesendet, ♦ ja so gar, daß er denselben bereits vor ohngefähr zwev Jahren verfertigt, und einem
H h r Freund
* Dieses kann in der besten Form Rechtens erwiesen werden. Die Besch reir düng von Giefttt wäre Schuld , daß der Aufsatz zurückbliede.


