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Arbeitsamkeit , weder sich selbst nach dem gemeinen Wesen Dienste Wen, und Vortheil verschaffen können. Eine schlechte Erziehung beraubet überdieß die Gesellschaft alles Vergnügens, das uns unser mühsames Leben erleichtert. Deyn da sie das Herz in der Jugend zu geselligen Tugenden zu bilden versäumet, oder eS wohl gar an die entgegengesetzten Laster gewöhnet hat, so ziehet sie unerträgliche., undienstfertige, mürrische und leichtsinnige Menschen, die keinesweges einander Vergnügen, sondern im Gegentheil Mißvergnügen zu machen suchen. Nur einige 'Aufmerksamkeit auf tägliche Erfahrungen.kann uns von dieser traurigen Wahrheit deutlich überzeugen.
Was ist nun aber meistentheils die Quelle einer schlechten Erziehung? Ohne Zwe fel die Verabsaumung der Eltern, insbesondere des Vaters, selbst an der Erziehung der Kinder zu arbeiten , und die wenigen Kosten, die darauf verwendet werden. Dies letzte gehet insbesondere aus kleine Städte. Gemeiniglich gehet es mit der Erziehung |fo zu. In den ganz ersten Zähren siehet man die Kinder, als Puppen an, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Werden sie nun größer, so sucht man den wohlfeilsten, den besten zu ihren Lehrer aus, und diesen die ganze Ausbildung ver Kinder überlaßt, oder man schickt sie in die öffentliche Schule, und bekümmert sich weiter nichts um sie. Dieser Lehrmeister thut freylich so wenig, ais man nur für das wenige Geld, das er dafür bekommt, verlangen kann. Das Kind.nun, das eine Anlage zu einen bösen Herzen hat, machet dies, da es durch Vernachläßigung der Zucht keine Hindernisse findet, vollkommen, und dasjenige , so von Natur ein gutes Naturell hat, veriiehrt es nach und nach durch böse Exempel und Verführung, fürwck- che es die Eltern zu verwahren gar nicht nöthig zu haben glauben. Nun ist einmal der Grund zur künftigen Bestimmungen gelegt, -der'in späten Jahren nicht so leicht, wieder umgerissen werden kann. Bösartige oder lasterhafte Bürger entstehen also aus dieser Erziehung. Ein solcher wohl- M.r Lehrmeister hat nun auch selten viel Kenntnisse, und. Geschicklichkeit, und kann daher auch den Kindern wenig beybringen. Das Kind wird also auch in dieser Absicht schlecht erzogen , und muß durch eigenen Trieb das Versäumte nachmals nachzuhohlcn suchen, um ein brauchbares Mitglied h-r bürgerlichen Gesellschaft zu werden. Wie schwer ist aber dies, und wie selten geschiehet.es?
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