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II. Sprachen.
x. Die lateinische Sprache. Hierinnen wird die privilegirte Ram- bachische Grammatik in allen Classen zum Grund gelegt.
In Tertia sichet man vorzüglich darauf, daß niemand im Decliyiren imt) Conjugiren versäumt bleibe, weswegen stets aufdie Typen der Decli- Nationen und die Formationstabelle der Conjugationen gewiesen wird. Man scharst vabey die nüthige Begriffe der partium orationis samt den etymologischen Regeln mit grosem Fleiß ein, und bedient sich im Syntax des Auszugs der uörhigftcn Regeln. In Secunda wird der gröste Fleiß auf den Syntax gewendet, aber auch nur der Auszug tractirt und über jedes Pensum und schwere Regel der ausführliche Syntax zurwei- tern Aufklärung nachgelesen. Im Syntaxi ornara werden die nöthigste Regeln gezeigt. In prima aber sucht man die Schüler durch fleißiges nachschlagen mit dem ausführlichen Syntax wohl bekant zu machen und bcv jeder Gelegenheit auf die Ellipses und die Abweichung und Uebereinkunft der teutschen Sprache zu führen. Daneben wird Syntaxis oinata und figu- rata fleißig eingeschärft und auf die Orthographie gewiesen. Die Prosodie tractirt man nach Nothdurst in den untern Classen, vorzüglich aber un- ausführlich in Prima.
Die Elastische Scnbentei, sind folgende: In Prima erklärt Herr Pada- gogiarch die von ihm ehemals edirtcn Carmina feledta ans dem Horaz, Ovtd, Statius, Ausonins undClaudian; denVirgil, M. Rambach; denCurtius M. Paed. Röchling; bie Officia Ciceronisfamt bei» Dialogo de feneftute cet. M. Paed. Bork und Kreußlcr; Ciceronis orationes fclcdas und Epiftolas ad Familiäres einer der Collcgen wechselsweiß, in einer Prioatstunde.
In Secunda tractirt den Cornelium Nepotem ( der hier der Hauptautor ist) M. Paed. Kreußlcr und Röchling; Den Phadrus, M. Sommer; Den Bachman- Nlfchen Auszugaus Ovids Elegien und den Oden des Horaz, M. Rambach; Ciceronis epiftolas feleftas, einer der College» wechf lsweis. in einer Privatstunde.
In Terna lehrt Catonis difticha mib Sympölii aenigmata, M Rambach ; Cäftcllionis dialogos, M. Paed. Röchling; Das epimetron pradicum ber neuen Grammatik, ^I.Ranrbach und Röchling; Die kleine Briefedes Cicero, M. P. Röchling. Eben diese werden auch wechselsweiß in der Prioatstuude docirt. Dabey wird Cellarii über memörialis in Tertia und Secunda fleißig getrieben.
Bey Erilarung aber der benannten Autoren sichet man lnbenbeydenunren (Haffen besonders auf richtige und genaue Construckion , Uebersekung rn reines Tcukfch, Analyfin, Etymologie, Syntax und Phrafes; bey Poeten auch aufdie Scansion und Prosodie, überall aber nicht bloß auf die Worte, sondern auch auf die Sachen, die den Verstand aufklarcn. /, .
In der obersten Elaste läst mau sich hauptsächlich angelegen sinn, recht in . das Genie der Sprache zu fuhren, das Schöne, Natürliche, Erhabeneünd Rührende
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