io6 Wdchenb!art.
schäft ihrer zu bemächtigen, sie hcrauszuschlagen und sich «selbst ihrem rechten Laudesfürstcn (dem Landgraf Otto) wieder zu unterwerfen. Die andre That fallt m das Jahr 1646, da eine vereinigte Armee Suwe- den, Franzosen und iliederhessen zweymal vor Giesftn geruckt, und das letztemal, als eben wegen dürrer Zeit wenig Wasser im Wallgraben war, dasselbe zu überrumpelen gesucht, aber von der Garnison und Burgerjchc.ft tapfer abgeschlagen worden. Worauf die Feinde zwar noch nicht weggezogen, sondern sich gegen Heuchelheim zu gelagert und die Stadt deftlg zu be- schiesen und mit Bomben zu ängstigen vorgehabt, ;edvch durch göttliche Hülfe ihren Zweck nicht erreichen können. Denn es hat Gott am r^tcu Jul. ein so grosts Donner-Hagel-und Schlagregenwetter geschickt, ratz das Wasser tief in allen Feldlagern gestanden und die angebundne Pferoe sich losaerissen und theils in der Lahn umgekemmen, theils sonst zerstreut worden , auch die Soldaten selbst vckannt, Gott streite vor diese Stadt. Diese Nachricht findet sich in einem schriftlichen A. 1649 nad) £of abje/ lassenen Aufsatz des sel. v. ^urborns , worum er den pursten bl et, die zu Marburg wieder suspendirte Universität abermals nach Glessen, und an keinen andern Ort, zu verlegen, auch noch weiter folgendes anfuhrct: den 29ten 3uL bin ich auf inständiges Bitten des Schwedischen General- Veld - Superintendenten, ^-errn M. Michaelis Ludovici, aber doch nicht anders, als mit Conftns meines gnädigsten Landesfur- ften (Georg li der damals in Giessen war) ins Schwedische Feldlager für Giessen geresser und die Nacht über in des -^errn Jeld-Superintendenten mit unterschiedlichen Niusquetirern bewachten Gezelr ' rtcblkbcn , des Nlorgens Aber den goten Jul. druck beschcyene
Külf des jetzo gedachten <^errn Superintendenten in des -gcrrn Schwedischen Afliftenz - Raths Alexander Eskens (beseit bekleidet korben. Da habe ich mit demselben eine ziemliche zett von vielen Sachen, unserm gnädigen Fürsten und Oerrn und dem ganzen Land rum besten, geredet, hernach bin ich von rn Esken
wie auch von Kerrn Superintendenten,;» des ^errn General wran- gels Excellenz in ihr Zelt durch alle Schlldwachren geführt worden, da denn auch mit Ihrer Excellenz ich in geheim, dieNothdurfr, unserm Landesfürsten und dem ganzen Lande zum besten, geredet. Und haben mich 3b‘'O Excellen; also gnädig gehört und erhört, daß ichs billig zu rühmen habe. Dies Gespräch har Gort dermasen ferner gesegnet, daß gedachterLZerr Efkey wie ich den Zoten 'Jul zu Abendt in Giessen wieder ankommen bin, den iren August zu unserm gnädigen Landcsfürsten gen Giessen kommen und mit S- F. Gnaden und dero Räthen ein so heilsames Gespräch gehalten har, daß darnach Sonntags den rren August alle solche Rncgs-Armaden sufgebrochen, und hinweg gezogen find. Es soll auch vorher, wie edenfals Feurborn erzehlet, und zwar den 8ten Jun. Mittags um lollhr ein


