Ausgabe 
18.6.1771
 
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Giesser Wochenblatt. Fünf und Zwanzigstes Stück.

Dienstags dm r8. Iunii 1771*

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Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtischcr gnädigster Erlaubnis.

Beschluß der Dretn'chischen Beschreibung der Stadt Gießen mit Anmerkungen x>on M. Rambach.

9. S|5)ufc^ würde ich auch noch von den berühmten Thatender Giesser- ySi) Bürger reden. Weil sie aber diesen Ruhm mit den übrigen Hessen gemein haben, so will ich nichts davon sagen, a) Daß sie sich indessen allzeit um ihre Fürsten höchst verdient gemacht, beweisen viele Fürstliche und auch Kaiserliche Freibriefe / die sie erhalten haben. Wenigstens entzog Kaiser tnapmilütn 1. den Butzbachern die Freyheit, acht gantzer Tage, in der Woche von dem Sonntag Rogate, einen öf­fentlichen Jahrmarckt (oder Messe) zu halten, undschencktesieallergnadigst den Giessern, worüber er ihnen ein grattöfts Diplom mit kaiserlichem Sie­gel bekräftiget und von dem Erzbischof zu Maynz mit eigner Hand un­terschrieben im Jahr 1491 am 8ten Jul. ausftrtigen lassen, b) Die Fürsts siche Privilegien des Landgrafen Otto von --25 c) Hmrichs von -567 d) Hermanus von 1400 e) Wilhelms von 1498 f) und andre g) übergehe ich, weil sie specieller sind.

a) Zwo Proben der Tapferkeit verdienen doch sonderlich hier angeführt zu werden. Die erste gehört in das Jahr i$2o. Damals wurde Giessen (nachWinckelmanns Erzehlung Th. VI. S ;n.) vonMarchia, dem Erz- dischoffen zu Nlaynz, und Valdum, dem Erzbischoffen zu Trier, be­stürmt und erobert. Nach der Eroberung verübten die darein gelegten Erzbischöfliche Völker aUerley Muthwilleu, frästen, soffen, raubten, mor­deten und schändeten die Jungfrauen. Dies reihte die tapfere Vürger- B b schäft