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Wochenblatt.

men sollten; man macht aber diese Fehler zu seinem Charakter, dehnt sie aus , macht sie auf das geflissentlichste bekannt, und vergißt des Guten, welches er bemerket hatte. Leander hak die Absicht mit seiner Tugend Ehre zu erlangen und sich Freunde zu machen. Er ist daher in dem grö- sten Nachsinnen, wie er seine Handlungen recht möge bekannt machen, und an dem chm vortheilhaftesten Ort anbringen Dieses Nachdenken setzt ihn in mehrere Mühe als die Ausübung des Guten selbst. Er muß sich dabey mit Den Sorgen belästigen, ob ihm die Mittel solche bekannt zu machen gelingen mögen. Am Ende siebet er, daß anstatt seiner geholten Vortbei- le Mlsdeutungen, oder Ncid ihm zum Lohn wird. Mit diesem allen sind wir nicht belästiget, wenn uns der heitere Gedanken belebet: Gott siehet mich. Es mag unser Herz, es mögen seine guten Produkten Menschen bekannt werden oder nicht; Gott kennet sie. Es mögen die edelsten Hand­lungen aufdas niederträchtigste derdunkelt, oder aus das ungerechteste aus- geteget werden; der Allwissende sieht sie. Die Welt mag Fehler gegen Tugenden auf das parkhenschte abwägen; Gott wäget sie auf das genaue­ste. Dem der Religion bat, ist es nicht gleichgültig, ober in dieser Welt Vortheile seiner Tugend geniese; werden sie aber vernichtet, so wird doch feine Gemüthsruhe nicht gestöret; dann er hoffet von dem Regenten aller Dinge die wahrhafteste und dauerhafteste Gnade. Es ist ihm nicht gleich­gültig wann er im Gedränge dieser Welt, nichts als Schmerz voraussie» het; es bleibt aber das Gemüth noch heiter, weil er weis, er seye zu den Knechten gezeblet, weiche der majestätische und liebreiche Herr aller Krea­turen , dessen Obren und Augen nie getäuschet werden, mit einem Blick übersiebet. Er überlasset sich seiner Fürsehung. Und wann er auch glau­ben kann, daß dessen Absichten in seiner Regierung durch die dazwischen kommende feindselige Handlungen sreyer Wesen können unterbrochen wer­den, so siehet er über die achtzig Jahre, worinnen dieses Leden degrentzet ist, hinaus. Er fühlet sich in höheren Sphaeren, wo er auf diese Lebens­zeit als die erste Jugend seines ganzen Lebens, mit Gleichgültigkeit zurück- sichet. Er weis daß seine Tugend mit ihm hinübergehe, und daß ihm die^ se niemand als er selbst könne rauben; und davor setzt er sich sicher durch sie selbst, durch eine treue Fortsetzung derselben. Es ist daher kein Wunder, wann Verehrern der Religion von der Fürsehung manchmal ein groses Maas menschlichen Elendes zugemessen wird ; dann sie sind eben die wel­che mehr stärke solches zu ertragen besitzen als andere: und in der Thät ist es auch ihnen wirklich nicht so groö, als es andern seyn würde, weil

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