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Wochenblatt. 43

Nn Nahmen einer Conquerantevhngefahraus demnemlichen Grund er- funoen und-eingeführt hat.

Es ist kein Einwurf, daß kein einziger Schriftsteller das griechische Wort mit welchen ich meinen Lesern nicht beschwerlich fallen will, in der Bedeutung gebraucht hat. Denn erstlich hat man noch keme Stelle an­geben können, worinnen eö eine Decke des Haupts bedeutet; und dieses bedeutet es doch ganz unfehlbar nach dem Zusammenhang und nach allen Regeln der Auslegungskunst. Hernach haben wir nicht alle griechische Schriftsteller mehr, und es ist kein Zweifel, daß nicht viel tausend grie­chische Wörter verlohren seyn sollten, deren sich entweder die bereitsver- lohrne Schriftsteller bedient haben, oder die auch niemals in Schriften gekommen sind Wie wenig haben wir von lateinischen Wörtern, dir Haushaltungssachen und Moden anzeigen? Und doch wird niemand leugnen , daß nicht eine jede einzelne Sache ihren eignen und besonder« Nahmen gehabt habe. Es gicbt viele deutsche Wörter, die niemals in dre Bucher kommen, entweder weil von dergleichen Sachen selten geschrie­ben wird, oder andre und edlere Wörter vorhanden sind , deren sich die Schriftsteller gemeiniglich bedienen. Sollte das französische Wort; Con- querame, oder Dormeufe von keinem Schriftsteller in der Bedeutung, der eines Kopfaufsatzes oder einer Haube, jemals gebraucht werden, (wie ich sie denn würcklich noch nirgends gelesen habe, ob dieses gleich nichts zur Sache thut) so wird doch in der Zukunft niemand die Würcklichkeir dieser Moden , und die Gültigkeit der Wörter mit Grund leugnen kön­nen. Nächstdem sind manche Ausdrücke bloss Provinzialwörter , bis nicht allenthalben verständlich oder gebräuchlich sind. Die Nürnberger, Augsburger und Strasburger haben viele Wörter, wodurch Moden an- gezeigt werden, davon man aus dem Frauenzimmerlepicon ein langes V.rzeichniß anführen könnte, deren Bedeutung anderstwo ganz unbekannt ist. Solche Wörter kennen die Schriftsteller entweder gar nicht, oder sie gebrauchen sie doch nicht leicht. Vielleicht war die griechische Mode bloß zu Corinth gebräuchlich : Vielleicht nur auf eine kurze Zeit: und man kann glauben, daß es schon damals ergangen sey, wie heutiges Ta­ges: die Moden der Schönen gleichen ihrem Zorn und ihrer Zärtlichkeit: Sie dauren insgesamt nur eine kurze Seit. Was wunder also daß vor­hergehende oder nachfolgende Schriftsteller, wenn sie auch gleich andrer ähnlicher Wörter gedacht haben sollten, diesen Ausdruck nicht gebraucht

L 2 haben.